Solingen: Das Ende ist in Sicht

Solingen: Das Ende ist in Sicht

Ende Juni soll das letzte Stück der ehemaligen Korkenzieherbahn Wanderern und Sportlern zur Verfügung stehen. Bis der „Terraway“-Belag aufgetragen werden kann, müssen Arbeiter den Weg aber noch vorbereiten.

Wer die Straße Roggenkamp in Gräfrath entlangfährt, kann im Moment fast täglich Veränderungen feststellen: Ein zurecht gestutzter Busch hier, eine neue Aussicht dort und dazwischen immer wieder ein laubbedeckter Weg. „Der vierte Bauabschnitt der Korkenziehertrasse soll Ende Juni fertig sein“, erklärt Artur Pach vom städtischen Vermögensbetrieb (VBS). „Daher werden zurzeit Rodungs- und Schnittarbeiten vorgenommen.“ Außerdem werde die Erde geebnet.

Vom alten Gräfrather Bahnhof bis zur neuen Autobahnzufahrt in Haan-Ost wird das letzte, noch fehlende Teilstück führen. „Am Westring ist die alte Gehölzkulisse links unten gut zu sehen“, sagt Pach. Damit die Korkenziehertrasse keine Sackgasse werde, gebe es an der Stadtgrenze Zugänge zur Landstraße. „An der Kreuzung zum Westring ist eine Ampel, so können die Radfahrer problemlos Richtung Haan und Wuppertal weiterkommen.“

Betriebsamkeit herrscht aber nicht nur am letzten Teilstück. „Eine zweite Kolonne arbeitet nach, was wir bis zum September 2006 nicht geschafft haben“, erklärt der VBS-Ingenieur. Damals wurde der dritte Bauabschnitt mit einem Fest eingeweiht. Nun werden noch Pflanzen gesetzt und die verschiedenen Zuwege zur ehemaligen Eisenbahnstrecke bearbeitet.

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Die Gräfrather Bezirksvertreter hatten den Weiterbau der Trasse auf ihrer letzten Versammlung begrüßt. Auch Pedro Hernandez freut sich, dass die Wanderstrecke in Gräfrath angekommen ist. „Die Korkenziehertrasse ist eine schöne Sache“, sagt der Gastronom und stellvertretende Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft „Hallo Gräfrath“. Schon jetzt gehe er auf den bereits eröffneten Teilstücken ab und zu spazieren.

Dass die fertiggestellte Strecke jedoch mehr Touristen in den nördlichen Solinger Stadtteil bringt, glaubt der Besitzer eines spanischen Restaurants jedoch nicht. „Die Trasse führt ja an Gräfrath vorbei“, sagt Hernandez. „Damit die Leute zu uns in den Ortskern kommen, müssten ausreichend Schilder an der Strecke aufgestellt werden.“ Bereits jetzt erlebe er häufig, dass viele Wuppertaler von Vohwinkel nach Solingen-Mitte fahren und von den historischen Schätzen am Wegesrand gar nichts wüssten. „Wenn sie dann doch eines Tages mal nach Gräfrath hineinfahren, sind sie ganz erstaunt, wie schön es hier ist.“ Touristisches Potenzial auch für den Ortskern habe die Korkenziehertrasse auf jeden Fall. „Wer hier wandert oder Fahrrad fährt, würde unterwegs sicherlich gerne irgendwo einkehren“, ist Pedro Hernandez sicher.

Alles geregelt ist für das Regionale-Projekt indes noch nicht. An der Carl-Ruß-Straße sowie an der Wuppertaler Straße sind Wanderer, Radfahrer, Skateboarder und Inline-Fahrer noch gezwungen, Straßen zu überqueren. Die vorgesehenen Brücken fehlen. „Wir sind noch in Nachverhandlungen“, berichtet Artur Pach. In der ersten Ausschreibungsrunde hatte sich keine Baufirma gefunden, die die Brücken zu dem von der Stadt kalkulierten Preis erstellen wollte.

(RP)