Dachstühle in Flammen: Solinger Feuerwehr im Großeinsatz

Dachstühle in Flammen : Solinger Feuerwehr im Großeinsatz

An der Brühler Straße brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses. Das Feuer war im Bereich einer Photovoltaikanlage ausgebrochen. Mehr als 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Schadenshöhe liegt im „mittleren sechsstelligen Bereich“.

Die Rauchwolken waren schon von der Innenstadt aus zu sehen. Über dem Brühler Berg zeugte der Qualm am Donnerstagmittag gegen 12 Uhr von einem heftigen Brand. Knapp fünf Minuten nach der Alarmierung war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an der Brühler Straße vor Ort. Mehr als 70 Einsatzkräfte aller drei Wachen der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Löscheinheiten 3, 5 und 7 bekämpften die Flammen. „Als wir eintrafen, brannte es bereits lichterloh aus dem Bereich einer Photovoltaikanlage“, berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr, Dr. Ottmar Müller.

Die Photovoltaikanlage war auf dem Dach des hinteren Hauses eines Mehrfamilienhauses an der Brühler Straße installiert. Die Flammen griffen aber auch auf das Dach des vorderen Gebäudes über. Was letztlich das Feuer ausgelöst hat, müssen die Ermittlungen des Kriminalkommissariats zeigen. Am Donnerstag wurden zunächst keine konkreten Angaben zur Brandursache genannt. Die Schadenshöhe soll nach ersten Schätzungen im „mittleren sechsstelligen Bereich“ liegen.

Die Einsatzkräfte löschten insbesondere von zwei Drehleitern aus. Fünf C-Rohre kamen hier zum Einsatz. Durch den Inneneinsatz mit zwei C-Rohren konnte verhindert werden, dass sich die Flammen auf die unteren Etagen ausbreiten konnten. Im Innenbereich zu löschen war gleichwohl äußerst gefährlich, zumal die Decke zum Dachstuhl im Anbau im Verlauf des Einsatzes weggebrochen war. Zwei Stunden nach Beginn des Einsatzes hieß es zudem, der hintere Bereich des Hauses sei einsturzgefährdet. „Auf jeden Fall ist das Haus zunächst nicht mehr bewohnbar“, sagte Einsatzleiter Müller noch während der laufenden Löscharbeiten.

Die 70 Feuerwehrleute vor Ort – weitere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr besetzten während des Einsatzes die drei Wachen der Berufsfeuerwehr – konnten zwar das Übergreifen des Brandes auf das Dach des vorderen Hauses nicht verhindern, wohl aber auf ein wenige Meter entferntes Einfamilienhaus direkt nebenan.

Nachdem der Dachstuhl erst lichterloh in Flammen gestanden hatte, war nach ersten Löschmaßnahmen weißer Rauch aufgestiegen. Zwischenzeitlich zogen auch schwarze Rauchwolken über die Unglücksstelle. Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin, die Brühler Straße war  zwischen Platzhofstraße und Brühler Berg beziehungsweise Goudastraße komplett gesperrt. Die Sperrung dauerte bis in die frühen Abendstunden. Die Polizei sorgte für die notwendigen Absperrungen. „Problematisch war anfangs, die Drehleiterwagen aufgrund der Enge der Straße in die richtige Position zu bekommen“, sagte Ottmar Müller. Das sei dann aber rasch gelungen.

„Menschen kamen nicht zu Schaden“, sagte Feuerwehr-Sprecher Götz Hommen. „Wir konnten sechs Katzen aus dem Haus retten“. Zwei Tiere aus den oberen Etagen suchten selbst den Weg ins Freie, nachdem die Eingangstür geöffnet worden war. Zwei Katzen befreiten die Einsatzkräfte unversehrt aus der Brandwohnung, zwei weitere wurden in einer unteren Wohnung entdeckt. Da für sie keine Gefahr bestand, konnten sie dort bleiben.

Acht Personen lebten in den beiden Häusern. Die Bewohner haben inzwischen eine vorübergehende Unterkunft gefunden, erklärte die Feuerwehr am Nachmittag. Stadtsprecherin Sabine Rische lobte die Einsatzkräfte: „Wegen der ohnehin hohen Temperaturen sind die Feuerwehrleute einer extremen körperlichen Belastung ausgesetzt.“ Rund 20 Minuten konnten die Feuerwehrleute unter Einsatz von Atemschutzgeräten den Brand bekämpfen – danach wurden sie gegen frische Kräfte ausgetauscht. Nach ausgiebigen Trinkpausen konnten die Teams wieder gewechselt werden. Rische lobte aber auch die Anwohner. Einige Nachbarn versorgten die Feuerwehrleute angesichts der drückenden Hitze und des Rauches mit Getränken.

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