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Corona in Solingen: Happy End für junge Mutter nach Koma

Remscheiderin in Solingen behandelt : Happy End für junge Mutter nach Koma

Wegen einer schweren Covid-19-Infektion musste bei Myulkie Shakir Yusein zuerst ein Kaiserschnitt gemacht werden, dann wurde die Remscheiderin in die Lungenfachklinik Bethanien verlegt. Dort lag sie fünf Wochen im Koma.

Tragische Geschichten von Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, hat Prof. Dr. Winfried Randerath als Chefarzt im Solinger Krankenhaus Bethanien in den vergangenen 15 Monaten etliche erlebt. Viele sind gut ausgegangen, andere fanden ein trauriges Ende. „Aber die Geschichte von der frisch entbundenen Mutter, die so lange um ihr Leben kämpfte und die jetzt mit ihrem Baby auf dem Arm die Klinik verlassen konnte, ist mein ganz persönliches Corona-Highlight“, ist der Mediziner auch emotional ergriffen.

Myulkie Shakir Yusein geht es wieder gut – nach mehr als zwei Monaten Corona-Behandlung. Die begann Anfang April. „Alles fing an mit Fieber“, erinnert sich die 30-Jährige. Als dann noch Husten hinzukam, entschied sich die damals Hochschwangere, ins Krankenhaus zu gehen. Im Sana-Klinikum fiel der Corona-Test positiv aus. „Ich wurde in Quarantäne geschickt“, erzählt die Remscheiderin. Wo sie sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, das weiß sie bis heute nicht. „Vielleicht auf dem Markt oder über meinen Mann“, denn auch Ehemann Rasim wurde anschließend positiv auf das Virus getestet.

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Bei seiner Frau wurde der Allgemeinzustand immer schlechter. „Mein Mann hat die 112 angerufen.“ In der Klinik wurde dann ihr Baby in der 39. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geholt. Am 7. April kam der kleine Artun zur Welt, er ist erste Kind des jungen Paares. „Ich habe den Kleinen nur zwei Sekunden gesehen, dann musste alles ganz schnell gehen.“

Weil ihr Gesundheitszustand kritisch war, wurde die junge Mutter dann zwei Tage später in die Lungenfachklinik nach Bethanien verlegt. Mehr als fünf Wochen lag sie dort im künstlichen Koma, kämpften die Ärzte um ihr Leben. „Weil ihre Lunge so stark betroffen war, mussten wir sie an die ECMO anschließen“, erzählt Prof. Dr. Winfried Randerath. Das High-Tech-Gerät hilft bei schweren Covid-19-Verläufen, wenn die konventionelle Beatmung bei akutem oder schweren Lungenversagen nicht mehr ausreicht. Das Blut wird auch außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert. Es birgt aber auch Risiken, es kann zu Komlikationen kommen. Myulkie Shakir Yusein hatte großes Glück, ihre Lunge heilte wieder. Am 13. Mai konnte sie aus dem Koma erwachen. „Der schönste Augenblick war, als ich mein Baby wieder im Arm halten konnte“, erzählt sie gerührt.

Die Familie hatte sich während ihrer Krankheit um den kleinen Artun gekümmert. „Aber mein Mann und meine Eltern waren natürlich auch in großer Sorge um mich“, schildert sie die für alle schwierigen Wochen. Am 1. Juni konnte sie endlich zurück nach Hause. „Der Tag war auch noch genau mein 30. Geburtstag, und mit meinem Baby nach Hause verabschiedet zu werden, war mein größtes Geschenk“, so Myulkie Shakir Yusein.

Mittlerweile ist der kleine Artun zwei Monate alt. Auch wenn sie seine ersten Lebenswochen nicht miterleben konnte – die Familie und das Baby sind die größte Motivation für die junge Mutter, wieder ganz fit zu werden. „Jeden Tag mache ich meine Übungen und gehe mit meinem Mann Rasim und dem Kleinen im Park spazieren. Auch eine Reha steht jetzt noch an“, blickt sie optimistisch in die Zukunft.