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Corona-Impfung in Solingen: Neue Impfstelle in Clemens-Galerien

Neue Impfstelle in Solingen : Corona-Impfstoffe statt Apple-Rechner

Die Stadt Solingen eröffnete am Montag die stationäre Impfstelle in den Clemens-Galerien. Schon am Eröffnungstag kamen zahlreiche Impfwillige. Die Stelle bleibt bis Ende Januar – und es gibt weitere mobile Impfaktionen.

„Wir wollen die Ersten sein“, sagten Kurt und Waltraud Behrendt gut eine Viertelstunde vor Öffnung des neuen Impfzentrums der Stadt. Zweimal hatte sich das Paar bereits im Kaufhof-Gebäude mit dem Biontech-Präparat impfen lassen. Am Montag standen sie ganz in der Nähe für die dritte Impfung an: Am Montag eröffnete die Stadtverwaltung punkt 14 Uhr ihre neue Impfstelle in den Clemens-Galerien – dort, wo früher der Apple Store zu finden war.

Unter dem ersten Dutzend „Kunden“ fand sich gleich die ganze Bandbreite von Menschen: diejenigen, die aus Überzeugung zum Impfen gehen, und andere, die sich durch die 2G- oder 3G-Regel unter Druck gesetzt sehen und zum ersten Mal kommen. „Ich habe keine Wahl“, kritisierte etwa Werner Maschke. „Wenn ich mich nicht impfen lasse, bin ich verloren.“ 11,95 Euro, hatte er recherchiert, koste ihn ein Corona-Test. Das Impfen ist dagegen kostenlos. Maschke: „Der Bürger wird überrumpelt. Er ist eine Marionette.“

„Ich hole mir den Booster“, erzählte dagegen Anja Hammesfahr, die bisher einmal vom Hausarzt mit dem Stoff von Johnson & Johnson geimpft wurde. Wie die anderen benötigte sie bei der neuen Impfstelle keinen Termin – so war es zuletzt auch im Kaufhof gewesen, als der Andrang nachließ. „Es ist wichtig, dass wird das Impfangebot an zentraler Stelle fortführen können“, betonte Guido Krämer, der Leiter der Impfstelle. „Ich rechne damit, dass wir in vier Stunden 60 Impfungen schaffen. Die Leute wollen im Zweifel auch eine kurze Beratung haben.“ Im Kaufhof waren es 200 bis 300 Impfungen pro Tag.

 Dr. Dagobert Januschke (r.) – mit Impfstellen-Leiter Guido Krämer und Arzthelferin Aylin Diel – impfte die ersten Solinger in den Clemens-Galerien.
Dr. Dagobert Januschke (r.) – mit Impfstellen-Leiter Guido Krämer und Arzthelferin Aylin Diel – impfte die ersten Solinger in den Clemens-Galerien. Foto: Fred Lothar Melchior
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Als gegen 15 Uhr bereits rund 20 Frauen, Männer und Jugendliche anstanden, eröffnete Krämer die zweite der beiden Impfstraßen (im Kaufhof gab es bis zu zehn). Bis dahin hatte Dr. Dagobert Januschke alleine geimpft. Bis Ende 2019 war er als Hausarzt in Ohligs tätig; im Impfzentrum der Stadt hatte er danach fast 100 Schichten abgeleistet. In der neuen Impfstelle trat ihm zur Eröffnung Dr. Christine Tobis vom Gesundheitsamt zur Seite. Welche Mediziner zum Einsatz kommen, wird von der Kassenärztlichen Vereinigung bestimmt. Das übrige „Personal“ stellt die Stadt.

Bis Ende Januar soll die Impfstelle mindestens geöffnet bleiben. Es gibt eine Mietoption für ein weiteres Vierteljahr. Außerdem will Guido Krämer an Impfaktionen festhalten – allerdings nicht in dieser und möglicherweise auch nicht in der nächsten Woche. Das heißt: Das Impfmobil wird wahrscheinlich erst in der letzten Oktoberwoche wieder in Wald (bei McDonald’s) und in Ohligs (am Hauptbahnhof) im Einsatz sein.

Zuerst soll die neue Impfstelle bekannter werden. „Wir haben die Öffnungszeiten gewählt, die sich aus unseren Erfahrungen im Impfzentrum anboten“, erläutert Krämer. Das Ladenlokal in der Passage der Clemens-Galerien ist montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. „Früher anzufangen macht keinen Sinn.“ Angeboten werden die Impfstoffe von Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson.

„Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird beispielsweise von denjenigen gewählt, die verreisen wollen“, berichtet der Leiter der Impfstelle. „Es ist besser, mit Johnson & Johnson geimpft zu werden als gar nicht.“ Prinzipiell seien zwar die niedergelassenen Ärzte für Auffrischungsimpfungen zuständig; die Impfstelle weist aber niemanden ab. Einen „Auftrieb“, so Krämer, erwarte man bei den Impfungen nach den Herbstferien. „Bis dahin werden wir alles tun, um das neue Angebot bekannt zu machen.“ Unter 16-Jährige brauchen die Einwilligung der Eltern.