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Corona-Demos in Solingen: Stadt will Zeichen fürs Impfen setzen

Gegenprotest gegen Corona-Demos : Solingen will ein Zeichen fürs Impfen setzen

Gegner der Corona-Maßnahmen oder einer möglichen Impfpflicht demonstrieren auch in Solingen. Der Bündnisbeirat für Toleranz und Zivilcourage möchte jetzt ein Zeichen fürs Impfen und gegen die Radikalisierung der Proteste setzen.

Am Montag kamen rund 440 Personen zu einem „Spaziergang“ durch Solingen zusammen. In der Woche davor war eine angemeldete Demo gegen die Corona-Maßnahmen unruhig verlaufen, sodass die Polizei eingriff. Und auch in den Wochen zuvor hatten Impfskeptiker und Corona-Kritiker in der Klingenstadt demonstriert. Wie in anderen Städten auch herrscht der Verdacht vor, dass zum Teil Personen aus dem rechtsextremen Spektrum bei diesen Demos mitlaufen.

Deswegen wolle man jetzt ein Zeichen setzen, erklärt Stadtsprecher Lutz Peters. „Es gibt die Überlegung, ausgehend vom Büro des Oberbürgermeisters, dass es Zeit wäre, dass die Zivilgesellschaft eine Gegenmeinung äußert“, sagt Peters. Man wolle sich deutlich für die Impfung und die Corona-Maßnahmen aussprechen und zugleich ein Zeichen gegen eine Radikalisierung der Demos setzen. „Man muss erkennen, mit wem man demonstriert“, sagt Peters.

Ein entsprechender Text sei dazu am Dienstag in einer Sitzung des Bündnisbeirats für Toleranz und Zivilcourage vorgestellt worden. Als Nächstes soll er durch die Ratsfraktionen gehen, die die Möglichkeit haben, die Botschaft zu unterzeichnen. „Danach werden wir das allen größeren Organisationen in Solingen mit der Möglichkeit zur Erstunterzeichnung schicken“, so Peters.

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Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, dass die Mehrheit der Gesellschaft die auf den Corona-Demos geäußerten Meinungen nicht teile. „Es ist spannend, wenn sich da ein breites Spektrum aus Solingen zusammentut“, sagt Hans-Werner Bertl vom Solinger Bündnis „Bunt statt Braun“ zu dem Vorhaben. Das Bündnis beobachte die Szene der Querdenker, Impfgegner und Corona-Kritiker seit einer Weile. „Wir gucken, was die machen, vor allem in den sozialen Medien“, sagt Bertl. Auch über mögliche Formen, ein Zeichen gegen die Demos zu setzen, habe man sich bereits Gedanken gemacht.

„Wir sind angesprochen worden, ob wir nicht eine Gegendemo machen können“, so Bertl. Das halte er in diesem Zusammenhang jedoch nicht für die richtige Form für sein Bündnis. Auch die Stadt zeigt sich vorsichtig angesichts der Möglichkeit einer direkten Konfrontation bei einer großen Gegendemo am Montagabend, wie Lutz Peters erklärt. Es würden jedoch künftig Ideen besprochen werden, wie ein Gegenprotest der Zivilgesellschaft alternativ aussehen könne.