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City in Solingen erwacht zu neuem Leben

Lockerungen im Einzelhandel : Solinger City erwacht zu neuem Leben

Nach Wochen des Stillstands dürfen viele Geschäfte nun wieder öffnen. Tatsächlich war die City am Montag deutlich voller als zuletzt. Die Stadt scheiterte derweil mit dem Wunsch, auch größeren Läden die Öffnung zu ermöglichen.

Auslagen vor den Schaufenstern und Läden mit geöffneten Türen – angesichts der ersten Lockerungsübungen im Zuge der Corona-Krise ist jetzt auch in die Solinger Geschäftszentren zumindest ein Stück Normalität eingekehrt. So haben viele Menschen das schöne Wetter am Montag genutzt, um – nach Wochen des Verzichts – zum ersten Mal wieder einen Bummel durch die Geschäfte in Mitte und Ohligs zu machen.

Gleichwohl handelte es sich zunächst einmal um nichts anderes als einen kleinen Schritt zurück in den Alltag. Denn nachdem die Stadt Solingen am Wochenende in einem Schreiben an die Landesregierung darum gebeten hatte, dass auch größere Geschäfte öffnen dürfen, war bereits am Montagmorgen eine negative Antwort aus Düsseldorf eingetroffen.

Zufrieden mit dem Neustart. Hofgarten-Manager Ralf Lindl. Foto: Uwe Vetter

„Die 800-Quadratmeter-Grenze gilt weiter“, sagte Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU) auf Anfrage. Dabei zeigte sich Welzel durchaus enttäuscht über die Entscheidung des Landes, den meisten größeren Geschäften nach wie vor die Öffnung zu untersagen. Zwar gebe es angesichts dieser Erlasslage für die Stadt nun keine Möglichkeit mehr, weitere Schritte zu unternehmen. Gleichzeitig äußerte der Dezernent am Montag aber zum wiederholten Mal auch verfassungsrechtliche Bedenken.

Zum einen, so der Dezernent, sei es angesichts der aktuellen Pandemie-Entwicklung geboten, die zahlreichen infrage stehenden Grundrechte immer wieder aufs Neue abzuwägen. Und zum anderen gehe es darum, den Grundsatz der Gleichbehandlung nicht aus den Augen zu verlieren. Jan Welzel: „Wenn beispielsweise ein Elektromarkt 750 Quadratmeter hat, darf er alles verkaufen. Doch der Konkurrent mit 850 Quadratmetern muss geschlossen bleiben.“

Ein Schicksal, von dem am Montag unter anderem Saturn im Hofgarten betroffen war. „Wir haben mit Saturn, H&M, TK Maxx und Spiele Max lediglich vier Geschäfte, die über 800 Quadratmeter haben und die noch zu sind“, sagte der Center-Manager des Hofgartens, Ralf Lindl, der sich mit der Kundenresonanz an Tag eins der gelockerten Regelungen ansonsten zufrieden zeigte. So hatten neben Engbers, Bonita, Bijou Brigitte und Orsay viele andere kleine Modegeschäfte wieder geöffnet. Und nachdem zuletzt nur noch Edeka und DM die Stellung gehalten hatten, konnten die Kunden jetzt auch wieder bei Thalia Bücher kaufen. Der Food-Court blieb hingegen geschlossen, was ein paar hundert Meter weiter, in den Clemens-Galerien überdies für Intersport Borgmann galt.

Insgesamt war die City am Montag deutlich belebter, als dies in den zurückliegenden Wochen der Fall gewesen war. Dabei verhielten sich die meisten Kunden gemäß der allgemein gültigen Sicherheitsvorgaben. „Die Leute halten Abstand und sind sehr diszipliniert“, berichtete etwa Detlef Ammann, der als Vorsitzender des Werbe- und Interessenrings Innenstadt Solingen sein eigenes Modegeschäft an der Kirchstraße ebenfalls wieder geöffnet hatte.

Andere Läden wiederum erhöhten von sich aus die Schutzmaßnahmen. So gab es im Comicladen Rune Store am Eiland nur mit Maske oder Schal Einlass. Und im Hofgarten standen vor einigen Geschäften Desinfektionsmittel griffbereit, während die Kunden im Freizeit-Fachmarkt Gongoll in Ohligs gebeten wurden, Einkaufswagen oder -körbe zu nehmen. „Das hat prima geklappt“, lobte Inhaber Thomas Gongoll, der von viel Zuspruch der Kunden berichtete. „Viele haben uns gesagt, dass sie froh sind, wieder einkaufen zu können“, betonte Gongoll.

Derweil gehen die Verantwortlichen im Hofgarten davon aus, dass sich die Lage weiter normalisiert. „Teilweise waren einige Firmen von den Lockerungen überrascht. Sie bereiten sich erst auf die Wiederöffnung vor“, sagte Center-Manager Lindl. Die Geschäfte, die schon geöffnet hatten, lockten am Montag schon einmal mit teils erheblichen Preisnachlässen auf ihr Sortiment. Beispielsweise gab es bei Hussel 50 Prozent auf Schokohasen und Co.