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Chefin Matthies gibt im Klinikum Solingen auf

Klinikum Solingen : Klinikum-Chefin Matthies hört auf

Das Städtische Klinikum muss nach einer neuen kaufmännischen Geschäftsführerin Ausschau halten. Die bisherige Leiterin Barbara Matthies hat angekündigt, sich eine neue Aufgabe zu suchen. Holding-Pläne mit Leverkusen bleiben.

Es ist ein regelrechter Paukenschlag im Städtischen Klinikum Solingen: Die kaufmännische Geschäftsführerin Barbara Matthies wird ihren Job im größten Krankenhaus der Klingenstadt aufgeben und sich eine neue Aufgabe suchen. Das hat die Stadt am Montagabend mitgeteilt.

Ein Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin sei noch nicht gefunden, hieß es aus dem Rathaus. Die Suche nach einem Ersatz solle aber „zügig“ erfolgen, sagte der zuständige Dezernent Jan Welzel (CDU), der Barbara Matthies gleichzeitig für ihre Arbeit dankte. Entscheidend sei zwar nun, nicht „in Hektik zu verfallen“. Dennoch, so Welzel, habe man keine Zeit zu verlieren. Denn immerhin gelte es, „die Restrukturierung des Klinikums über den personellen Wechsel hinweg ungebremst voranzutreiben“.

Tatsächlich kommt die Veränderung an der Spitze zu einem Zeitpunkt, an dem das Städtische Klinikum vor den größten Einschnitten der zurückliegenden Jahrzehnte steht. So soll noch bis zur Sommerpause eine neue Holding mit dem ebenfalls kommunalen Klinikum Leverkusen auf den Weg gebracht werden, um das Haus auf diese Weise – nach etlichen Jahren mit Verlusten – wieder in die Gewinnzone zurückzuführen.

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Nicht zuletzt wegen der permanent Roten Zahlen war auch Geschäftsführerin Matthies nicht von Kritik verschont geblieben. Beispielsweise machten ihr viele, etwa aus der Belegschaft und der Politik, den Vorwurf, die anstehenden Reformen nicht ausreichend kommuniziert zu haben. Gleichzeitig hatte Barbara Matthies aber auch praktisch von Beginn ihrer Solinger Tätigkeit im Jahr 2015 an immer wieder mit internen Widerständen zu kämpfen gehabt.

Einen Umstand, den die scheidende Geschäftsführerin nun noch einmal anführte. So sei die „konfliktreiche Konsolidierungsarbeit an der Spitze des Klinikums nicht spurlos“ an ihr vorübergegangen, bekannte Barbara Matthies, die am Montagabend betonte, durch ihre Arbeit „das Fundament für die Zukunft des Klinikums“ gelegt zu haben. Jetzt sei indes „ein guter Zeitpunkt gekommen, um noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen“. Und vielleicht, so die studierte Juristin weiter, helfe es ja auch dem Verbund-Projekt mit Leverkusen, „wenn ein neuer Kopf die Veränderungen durchsetzt“.

Wobei auf diesen Kopf, wer immer es am Ende sein mag, eine Menge Arbeit wartet. Denn tatsächlich hatte Barbara Matthies das Klinikum Solingen bereits bei ihrem Amtsantritt als kommisarische Geschäftsführerin Ende 2015 sowie bei ihrer Berufung zur offiziellen Chefin ein Jahr später in einem schlechten Zustand vorgefunden. Das Krankenhaus mit nahezu 2000 Angestellten befand sich in einer wirtschaftlich angeschlagenen Lage. Dementsprechend war es an der neuen Leiterin, einige unpopuläre Maßnahmen zu treffen – die allerdings für sich allein genommen nicht reichten, um den leckgeschlagenen Tanker Klinikum zurück auf einen Erfolgskurs zu bringen.

Darum reiften schließlich Überlegungen, eine Holding mit Leverkusen anzugehen. Der Hintergrund: Über Synergie-Effekte – zum Beispiel bei Auslagerungen – sollen auf der einen Seite Kosten in Millionenhöhe eingespart werden, um auf der anderen Seite wieder Spielraum für dringend benötigte Investitionen zu haben und das Klinikum so im ständig raueren Wettbewerb der Krankenhäuser fit zu machen.

An der grundsätzlichen Richtung wrd sich dementsprechend auch nach dem Weggang von Barbara Matthies nichts ändern. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, die kommunale Trägerschaft des Klinikums dauerhaft zu sichern“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), der Matthies ebenfalls für die geleistete Arbeit dankte.