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Solingen: CDU will Ohligser Heide als Autobahn-Anschluss

Solingen : CDU will Ohligser Heide als Autobahn-Anschluss

Die Raststätte soll eine provisorische A 3-Zufahrt bekommen. So will die CDU die derzeitigen Staus bekämpfen. Langenfelds Bürgermeister fordert derweil erneut eine große Lösung gegen das Verkehrschaos.

Die Nerven der Solinger Autofahrer werden weiterhin auf eine harte Probe gestellt. Einmal mehr begann das Wochenende für viele Pendler gestern am Autobahnanschluss in Wiescheid im Stau. Nachdem es bereits am Morgen wegen einer Großbaustelle in unmittelbarer Nähe der Zufahrt zu erheblichen Behinderungen gekommen war, brach der Verkehr am Nachmittag — wie bereits seit Wochen — erneut zusammen.

Ein Zustand, den die Solinger CDU nicht mehr länger hinnehmen will. Deshalb sucht die Partei nun nach ungewöhnlichen Ausfahrten aus dem Verkehrschaos rund um die Solinger A 3-Verbindung. "Der Rastplatz Ohligser Heide muss während der Bauarbeiten an der Anschlussstelle als vorübergehende Auffahrt für Pkw genutzt werden", forderte CDU-Chef Arne Moritz am Freitag.

Die bestehende, für den normalen Verkehr aber gesperrte Abfahrt von der Raststätte zur Langhansstraße sei groß genug, um als provisorische Anschlussstelle zu dienen, sagte Moritz gestern Nachmittag. "Wenn dann in Ohligs an der Kreuzung Bonner Straße/Langhansstraße auch noch die Grünphasen verändert würden, könnte dies eine Verbesserung im Vergleich zur derzeitigen Situation bringen", konkretisierte der CDU-Chef und Landtagsabgeordnete seine Vorstellungen auf Nachfrage.

Aus Sicht der Christdemokraten ist Eile geboten. Denn die CDU befürchtet, dass die momentanen Staus im Solinger Westen lediglich der Anfang eines noch viel größeren Chaos' sind. Der Hintergrund: Zurzeit baut der Landesbetrieb Straßen NRW "nur" die Langenfelder Anschlussstelle Immigrath an der A 542 um — während die Solinger A 3-Auffahrt erst nächstes Jahr an die Reihe kommt.

Und dann könnte, so die CDU, endgültig alles zusammenbrechen. "Wenn der Anschluss in Wiescheid komplett gesperrt wird, droht der Verkehr vollends zu kollabieren", sagte Parteichef Moritz. Eine vorübergehende Öffnung der Raststätte Ohligser Heide für auf- und abfahrende Pkw wäre darum "insbesondere für Autofahrer aus Ohligs, Merscheid und Aufderhöhe eine Entlastung". Moritz: "Dies wäre bei gutem Willen aller Beteiligten durchaus machbar."

Tatsächlich ist die Geduld der Pendler und Anwohner schon jetzt zunehmend erschöpft. Autofahrer aus Leichlingen, die früher in Immigrath auf die A 542 fuhren, nehmen wegen der dortigen Sperrung inzwischen den Umweg über Aufderhöhe, um zur A 3 in Richtung Köln sowie Düsseldorf zu gelangen — und verstopfen die bereits in baustellenfreien Zeiten überlasteten Straßen noch zusätzlich.

Auch deshalb nahm die ohnehin hitzig geführte Diskussion um die verkehrliche Gesamtsituation am Freitag weiter an Fahrt auf. Der Langenfelder Bürgermeister Frank Schneider (CDU) schaltete sich ebenfalls in die Kontroverse ein. Schneider forderte einmal mehr eine sogenannte große Lösung für die Probleme rund um den Solinger Autobahnanschluss. Er werde weiterhin für die B 229n kämpfen, ließ der Bürgermeister der Nachbarstadt gestern mitteilen.

"So geht es nicht weiter", sagte Schneider. Er verlangte von der rot-grünen Landesregierung, eine Verbindung der Viehbachtalstraße über neue Straßen bis zum Autobahnkreuz Langenfeld nicht im "Papierkorb der Ministerien" verschwinden zu lassen. Schneider: "Für die Solinger ist die Schmerzgrenze überschritten. Und auch wir Langenfelder spüren das Fehlen einer Umgehungsstraße."

(RP)