Solingen: CDU schlägt am Donnerstag ihren OB-Kandidat vor

Solingen : CDU schlägt am Donnerstag ihren OB-Kandidat vor

Der Kreisparteivorstand wird Waldemar Gluch oder Frank Feller nominieren, nachdem Jan Höttges seine Kandidatur zurückgezogen hat. Gewählt wird der Oberbürgermeister-Kandidat der CDU von den Mitgliedern auf einem Parteitag.

Am Donnerstagabend wird sich der Kreisparteivorstand der CDU auf einen Oberbürgermeister-Kandidaten verständigen. Im Rennen sind nach der Absage des parteilosen Kandidaten Jan Höttges, Vorsitzender des Initiativkreises Solingen, jetzt noch der planungspolitische Sprecher Waldemar Gluch und Verwaltungsmitarbeiter Frank Feller. Auf einen der beiden Kandidaten wird sich der Vorstand der CDU am heutigen Donnerstag festlegen, gewählt wird der CDU-Oberbürgermeister-Kandidat indes auf einem Parteitag von den Mitgliedern der Partei.

Der soll "zeitnah" nach der Vorstandssitzung über die Bühne gehen. Ob noch ein weiterer Kandidat beziehungsweise eine Kandidatin den Hut in den Ring werfen wird, ist jedoch nicht gänzlich auszuschließen. Bislang hat einzig die SPD mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Tim Kurzbach einen Kandidaten für den Chef-Posten der Solinger Stadtverwaltung aufgestellt. Der bisherige Amtsinhaber Norbert Feith (CDU) kandidiert nicht mehr. Dies hatte er am Tag der Kommunalwahl im vergangenen Jahr mitgeteilt.

...ebenso wie Waldemar Gluch. Foto: CDU

Am Dienstagabend hatte Jan Höttges mitgeteilt, "aufgrund aktueller beruflicher Entwicklungen" seine Kandidatur für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September dieses Jahres "nach reiflicher Überlegung und vielen konstruktiven Gesprächen" zurückzuziehen.

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Neben den beruflichen Gründen führt Höttges allerdings für seinen Rückzug "leider auch Indiskretionen aus dem engsten Führungszirkel der CDU" an. Ausdrücklich ausgenommen werden hier von Höttges CDU-Parteivorsitzender Arne Moritz und Fraktionsvorsitzender Jan Welzel. Die Indiskretionen hätten dazu beigetragen, die Kandidatur "nicht mit der notwendigen Ruhe und Sorgfalt" vorbereiten zu können, wie es nötig gewesen wäre. Nicht zuletzt hätten auch öffentliche Spekulationen und zum Teil völlig überflüssige und unsachliche Darstellungen einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet. "Da dies zuletzt auch meine Familie betroffen hat, blieb mir gar keine andere Wahl", erklärt Jan Höttges.

Noch am Dienstagabend hat die CDU ihre Mitglieder über den Rückzug von Jan Höttges informiert. Der bedankt sich bei den beiden CDU-Politikern, zudem bei Martin Bender von der BfS dafür, dass sie seine Kandidatur unterstützt haben. "Dank vieler vertrauensvoller Gespräche fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Ich schätze die CDU und die BfS sehr dafür, dass sie sich mit mir als unabhängigem Kandidaten sowohl personell als auch inhaltlich für ein breites Bündnis geöffnet haben und neue Wege einschlagen wollten", erklärt der Unternehmensberater. Bedauert wird der Verzicht auf die OB-Kandidatur von Jan Höttges vom CDU-Parteivorsitzenden Arne Moritz: "Ich finde dies persönlich sehr schade, da Jan Höttges ein überparteilicher Kandidat gewesen wäre, welcher für viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt eine attraktive Wahl gewesen wäre."

Für Jan Höttges ist nach seinem Rückzug aber klar, dass die CDU aufgrund ihrer "überzeugenden Inhalte auch mit einem anderen Kandidaten einen erfolgreichen Wahlkampf führen wird". Er ist überzeugt, "dass es Solingen gelingen kann, die anstehenden Herausforderungen zu meistern und eine lebenswerte, starke Stadt zu bleiben, wenn man endlich grundsätzliche Änderungen vornimmt, die nur mit einer breiten Mehrheit im Rat umgesetzt werden können". Auch dürfe Solingen nicht mehr "nur" verwaltet werden. Vielmehr müsse auch die Verwaltung in Abstimmung mit dem Rat endlich wieder "gestalten".