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Solingen: CDU: Neuer A 3-Anschluss dient Sicherheit

Solingen : CDU: Neuer A 3-Anschluss dient Sicherheit

Die Partei will die Verkehrsproblematik rund um die Zufahrt in Wiescheid im Landtagswahlkampf thematisieren. Vor allem Rückstaus auf der A 3 sind laut CDU gefährlich und verlangen eine Lösung. Die SPD reagiert (offiziell) gelassen.

Es ist der verkehrspolitische Dauerbrenner. Bereits seit Jahrzehnten streiten die Parteien über einen verbesserten Anschluss zur Autobahn 3. Und dies dürfte nach Stand der Dinge auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn gestern ist die CDU in der Klingenstadt zum wiederholten Male in die Offensive gegangen und hat angekündigt, die Verkehrsproblematik zu einem zentralen Thema im kommenden Landtagswahlkampf machen zu wollen.

"Eine bessere Verbindung Solingens zur Autobahn ist allein schon aus Sicherheitsgründen notwendig", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Arne Moritz am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. So komme es vor allem morgens auf der A 3 in beiden Fahrtrichtungen immer wieder zu gefährlichen Rückstaus auf der Autobahn, die mit einem direkten Anschluss vom Kreuz Langenfeld zur Viehbachtalstraße vermieden werden könnten, argumentierte Moritz, der seit dem Jahr 2010 für seine Partei im Landtag sitzt.

Dort vertritt der Christdemokrat den Wahlkreis 34 (Solingen ohne Gräfrath), in dem im Mai 2017 auch die in Solingen lebende stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin und Schulministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen sowie Marina Dobbert als Kandidatin der SPD ins Rennen gehen werden. Wobei Arne Moritz guter Dinge ist, die Konkurrenz aus den Regierungsparteien am Wahltag hinter sich zu lassen - macht die CDU doch bereits seit Jahren Rot-Grün für die Stauproblematik rund um die Anschlussstelle in Wiescheid verantwortlich.

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"SPD und Grüne haben dafür gesorgt, dass das unter CDU sowie FDP forcierte Projekt einer besseren A 3-Anbindung wieder beendet wurde", betonte Moritz gestern noch einmal - wohlwissend, dass die Verlängerung der Viehbachtalstraße über vierspurige Straßen zur Autobahn einer politischen Lebensaufgabe gleichkommt. Denn nachdem der Solinger A 3-Anschluss auf Betreiben von Rot-Grün im vergangenen Jahr aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wurde, dürfte es mit Sicherheit weit über ein Jahrzehnt dauern, ehe das Thema wieder auf die Agenda gelangen könnte.

Für die Solinger Christdemokraten ist dies kein Argument, das Projekt endgültig zu begraben - zumal die CDU die Autobahnproblematik als Teil eines verkehrspolitischen Gesamtpaketes betrachtet. "Bei den Bahnverbindungen besteht ebenfalls Handlungsbedarf. Vor allem die zahlreichen Ausfälle und Verspätungen im S-Bahn-Verkehr schaden dem Standort Solingen", monierte Arne Moritz, der auch die Schiene zum Wahlkampfthema machen möchte.

Eine Ankündigung, die die SPD - nach offizieller Lesart sowie in Bezug auf den A 3-Anschluss - gelassen nimmt. "Das Thema der Autobahn-Anbindung ist erledigt. Es wurde mit Mehrheit entschieden", hatte Moritz' sozialdemokratische Konkurrentin Dobbert beispielsweise schon in der vergangenen Woche betont.

Dies jedoch sehen nicht alle Solinger SPD-Mitglieder so. "Es ist gut möglich, dass uns das Problem mit den Staus in Wiescheid und Landwehr eines Tages noch auf die Füße fällt", heißt es in Partei-Kreisen. Die Vorwürfe richten sich dabei vor allem an die eigene Führung, die es nach Ansicht der Kritiker versäumt hat, das Thema mit eigener Akzentuierung zu besetzen.

"Wir haben seinerzeit bei den Grünen klein beigegeben", moniert ein Genosse hinter vorgehaltener Hand. Denn tatsächlich seien die Verkehrsbehinderungen "bis rauf nach Aufderhöhe" nach wie vor ein Ärgernis. Der zuletzt erfolgte Umbau der eigentlichen Zufahrt habe jedenfalls nur zum Teil die erhoffte Erleichterung gebracht.

(or)