Solingen: CDU-Frauen: Partei setzt uns unter Druck

Solingen : CDU-Frauen: Partei setzt uns unter Druck

In der CDU eskaliert der Streit um die Finanz-Affäre in der Frauen-Union. Offensiv melden sich nun die aus Protest zurückgetretenen Vorstandsfrauen zu Wort. Sie hatten sich gegen den Umgang der Vorsitzenden, Gabriele Racka-Watzlawek, mit einer schwarzen Kasse mit 4000 Euro gewendet.

"Der Ton in der CDU wird rauer", heißt es in einer als gemeinsame Erklärung der sechs CDU-Frauen titulierten Pressemitteilung. Der "parteiinterne CDU-Druck auf die sechs ehemaligen Vorstandsdamen der Frauen-Union" werde immer stärker, heißt es in der Mitteilung. Von Drohungen und Einschüchterungsversuchen ist die Rede. Doch fühlten sich die Frauen dadurch in ihrer Rücktritts-Entscheidung bestärkt.

Arne Moritz nennt die Vorwürfe der Frauen "absurd". Foto: Mak (Archiv)

"Wir haben im Vorstand ausreichend unsere Position deutlich gemacht, haben alle Chancen geboten, eine gemeinsame Lösung zu finden und haben daraus nun Konsequenzen gezogen", so der Wortlaut. Diese seien wohl überlegt und sind daher unverrückbar. "Wenn jemand mit dem Rücken zur Wand steht, dann mit Sicherheit nicht wir", erklärt Gerlinde Taiwo-Metzlaff. "Wir lassen uns nicht einschüchtern!"

An der Rücktrittsentscheidung der Vorstandsfrauen änderten auch Äußerungen von Parteikollegen nichts, die den Frauen die Fähigkeit zu eigenen Entscheidungen abgesprochen hätten, äußert sich Simone Lipphardt. "Ebenso wenig wirken Drohungen von dem Ende unserer Politikkarrieren oder Ämterverluste", so die frühere Beisitzerin im Vorstand der Frauen-Union.

Die sechs zurückgetretenen CDU-Frauen strebten ein "neues, förderndes Miteinander der weiblichen CDU-Frauen" an, "bei dem ein Hauptaugenmerk auf mehr politische Inhalte und die verstärkte Einbringung jüngerer Frauen gelegt wird", heißt es in der Erklärung.

Neue Truppe für den Vorstand

"Wir haben intensiv gemeinsam geplant und ein mögliches Personaltableau ausgearbeitet", berichtet die zurückgetretene Schatzmeisterin, Ute Lippardt, mit Blick auf die am 2. Juli anstehende Neuwahl des Vorstands der Frauen-Union. Nach dem angekündigten Rücktritt des Restvorstands werde das Sextett eine "schlagkräftige neue Truppe vorschlagen".

CDU-Parteichef Arne Moritz regierte völlig verständnislos auf den Vorstoß des Sextetts: "Bisher haben sich die sechs Personen jedem Gespräch verweigert, deshalb sind die Vorwürfe absurd." Für die kommende Woche sei ein Gespräch mit den sechs Frauen vereinbart worden, so Moritz. "Ich bin gespannt, ob die sechs Damen zu dem Gespräch erscheinen."

(RP/rl)