Solingen: Café im amerikanischen Stil

Solingen: Café im amerikanischen Stil

Im September soll der Jugendtreff "Café Kiste" der evangelischen Kirchengemeinde Ohligs eröffnen. Bis dahin wartet auf 19 Jugendliche noch eine ganze Menge Arbeit.

Die Dübel sitzen fest in der Wand. "Und es sind auch noch so viele", sagt Verena Wassenberg (19) und blickt ratlos auf die unzähligen Löcher in der Wand vor ihr. Doch es nutzt nichts: Die Dübel müssen raus und die Löcher verputzt werden, damit die Wand des großen Raumes in der ehemaligen Seniorentagesstätte an der Ohligser Parkstraße bald in einem satten Rot gestrichen werden kann. Und damit hier, wie geplant, am 4. September das Jugendcafé "Café Kiste" der evangelischen Kirchengemeinde Ohligs eröffnen kann. "Die Idee ist, die Jugendarbeit der Gemeinde in eigenen Räumlichkeiten zu zentralisieren", erklärt Pfarrer Dirk Stark, denn bisher hätten sich die Jugendlichen in wechselnden Gemeindezentren treffen müssen. "Wir möchten an vier Tagen pro Woche jeweils vier Stunden ein offenes Angebot für Jugendliche ab 13 Jahren schaffen, darüber hinaus soll es verschiedene theologische und pädagogische Angebote geben."

Dafür muss, das ist den 19 Jugendlichen, die sich an dem Projekt beteiligen, bewusst, noch viel getan werden: Insgesamt drei Räume, rund 126 Quadratmeter, müssen komplett renoviert werden, darüber hinaus sind neue Fenster und eine neue Heizung notwendig. "Wir machen alles selbst, was wir machen können", sagen Verena Wassenberg (19), Jessica Greda (20) und Svenja Stark (16).

Sie freuen sich besonders darauf, die neuen Räume zu gestalten. "Das wird toll, wenn wir alles streichen, Möbel aussuchen und dekorieren können", sind sich die jungen Frauen einig. Alle Entscheidungen würden demokratisch in der Gruppe getroffen. "So haben wir uns auch dafür entschieden, das Café im Stil eines amerikanischen Diner einzurichten", erzählt Diakon Patrick Wilde. Die Umrisse für den Tresen haben die Jugendlichen bereits mit Kreppband auf dem Boden abgeklebt.

Selbst gestalten

"Es wird bestimmt toll, einen Raum zu haben, in dem wir das machen können, was wir möchten und den wir so gestalten können, dass wir uns wohl fühlen", freut sich Jessica Greda. Das sei es auch, was sie motiviere, sich für das "Café Kiste" anzustrengen. "Wir möchten Jugendlichen einen Raum bieten, wo sie aber auch Rat bekommen." Bisher, sagt Svenja Stark, sei die Resonanz sehr positiv: "Alle freuen sich schon auf das Café."

Die Leitung der Einrichtung übernehmen die Jugendleiter der Gemeinde, Ingrid Peltzer und Hans-Peter Claus. "Uns ist wichtig", so Peltzer, "dass die Jugendlichen mitbestimmen und sich einbringen." Für die Betreuung stehe ein gutes Mitarbeiter-Team bereit. "Nur sonntags", fügen Jessica Greda, Svenja Stark und Verena Wassenberg hinzu, "wollen wir hier alleine sein – sozusagen sturmfrei haben."

(RP)