Solingen: C. Hugo Pott: Geschichte in zwei Bänden

Solingen: C. Hugo Pott: Geschichte in zwei Bänden

Eine neue zweibändige Publikation dokumentiert die 101-jährige Geschichte des Solinger Besteckherstellers.

Edel und funktional kommen sie daher, wie die Bestecke, für die der Name C. Hugo Pott steht. In silbergrauem Leinen eingeschlagen, ist auf rund 550 Seiten die Geschichte des Unternehmens von 1904 bis 2005 dokumentiert. Die jetzt erschienenen, schlicht "Pott 1" und "Pott 2" betitelten Bände sind ein umfassender Bestandskatalog des Unternehmensarchivs, das seit 2006 seinen Platz im Deutschen Klingenmuseum hat. Der Nachlass der Firma ging nach dem Verkauf des Unternehmens im gleichen Jahr an das Klingenmuseum über.

"Es gibt kaum eine Firma, die ihre Bestände so umfassend gesichert und aufbewahrt hat. Wo kann man Unternehmensgeschichte noch so nachvollziehen?", sagt die Direktorin des Klingenmuseums und Herausgeberin Barbara Grotkamp-Schepers.

Hannspeter Pott, der das Unternehmen von 1985 bis 2001 in dritter Generation leitete, investierte nach eigener Aussage einen "hohen fünfstelligen Betrag" in das Projekt. "Mein Vater Carl Hugo Pott hat nach dem Krieg Besteck- und Designgeschichte geschrieben", sagt Hannspeter Pott.

Funktionalität war das Zauberwort bei Pott, auf überflüssige Verzierung wurde verzichtet: Die Zinken der Gabeln und die Klingen der Messer wurden kürzer. "Glattes Besteck war unser Markenzeichen." Bei der in Traditionen verhafteten Solinger Konkurrenz hieß es: "Der Pott, der pöttelt wieder."

Autorin der Bände ist die Kunsthistorikerin Antoinette Lepper-Binnewerg. Nachdem sie bereits mit Pott-Besteck das Essen gelernt und zum Design von Pott-Besteck promoviert hatte, war keine passendere Autorin zu finden. Die Planungen für das Buchprojekt begannen Ende 2011, Anfang 2012 startete Antoinette Lepper-Binnewerg damit, das Material des "Pott-Archivs" zu strukturieren und für die Publikation zusammenzustellen.

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"Die Bände sind eine detaillierte Dokumentation dessen, was im Klingenmuseum über Pott zu finden ist", sagt die Autorin. Nicht nur Fotografien von Bestecken finden sich darin, sondern auch zahlreiche Abbildungen von Pott-Werbung aus 100 Jahren.

Gestaltet wurden die Bände von der Solingerin Studentin Nadine Hoetmer im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit im Fach Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf, die sie mit Erfolg bestand: Für die Arbeit erhielt sie die Bestnote 1,0.

Das Buch ist zweisprachig in Deutsch und Englisch verfasst und damit auch an ein internationales Publikum gerichtet. Schließlich handelt es sich bei Pott um eine für ihre Qualität und ihr Design weltweit anerkannte Marke.

Im Katalog finden sich auch zwei Highlights, die das Unternehmen unter der Leitung von Hannspeter Pott auf den Markt brachte: Das preisgekrönte Parmesanmesser "Picado" von Ralph Krämer aus dem Jahr 1992 sowie der Spaghetti-Tester "Al Dente" von Tobias Huys von 2000.

(bjd)
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