Busunternehmer will wegen Schneechaos nicht fahren - Solinger Gymnasium sagt Skifreizeit ab

Schneechaos in Österreich : Solinger Gymnasium sagt Skifreizeit ab

Der Busunternehmer will wegen des Schneechaos in Österreich nicht nach Filzmoos fahren. Viele Schüler reagierten enttäuscht.

„Es gab Tränen“, sagt Dr. Stefan Trenner, der stellvertretende Leiter der August-Dicke-Schule: Auf die letzte Minute sagte das Gymnasium am Donnerstag seine traditionelle Skifreizeit ab. Am Freitag hätten rund 90 Schüler der zehnten Jahrgangsstufe sowie zwölf Lehrer in die Busse nach Filzmoos in Österreich steigen sollen. Der Busunternehmer aus Herten wollte die Fahrt aber nicht antreten: Teile der Autobahn sind unpassierbar; im Berchtesgadener Land wurde der Katastrophenalarm ausgerufen.

„Für die Schüler ist das eine Riesenenttäuschung“, bedauert Trenner. „Ein Happyend scheint aber möglich. Die Jahrgangsstufe wird fahren – nach menschlichem Ermessen und nicht mehr in diesem Monat.“ Allerdings werde ein Verschieben der einwöchigen Skifreizeit nicht einfach, weil auch andere Aktionen wie eine Englandfahrt und der Austausch von Schülern anstehen. Außerdem muss das Jugend- und Familiengästehaus Aumühle genug freie Zimmer haben. „Die Gespräche mit der Unterkunft und den Bergbahnen laufen bereits“, wurden Eltern und Schüler per Brief informiert. „Unser Busunternehmen hat bereits signalisiert, die Fahrt zu einem von uns gewünschten Zeitpunkt durchzuführen.“

„Es gibt Schüler, die sich nur wegen der Skifreizeit an unserem Gymnasium anmelden“, unterstreicht der stellvertretende Schulleiter. Die Fahrt, die seit über 30 Jahren in die Nähe von Ramsau geht, sei auch für den Klassenzusammenhalt wichtig. Trenner: „Deshalb haben wir mit der endgültigen Entscheidung gewartet. Wir wussten aber, dass Eltern wie Lehrer wegen des Wetters besorgt waren.“

Das ist man auch am Humboldtgymnasium. „Wir rufen jeden Tag in Balderschwang an“, sagt Schulleiter Marko Voigt. Am Sonntag machen sich vier 9er-Klassen mit 120 Schülern sowie 14 Lehrer für zehn Tage auf den Weg ins Oberallgäu. „Wir haben Glück, dass wir im Westen sind“, erläutert Voigt. „Die Unterschiede zu Filzmoos sind gravierend.“ In Balderschwang seien 11 von 13 Pisten freigegeben. „Auch Langlauffahren und Snowboarden sind möglich“, so Voigt. „Nur Nachtfahrten im Tiefschnee sind abgesagt.“

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Am Gymnasium Vogelsang muss sich Schulleiter Stephan Mertens noch keine Gedanken um die aktuellen Wetterkapriolen machen: Die beiden Alpinistikkurse für Schüler des elften Jahrgangs finden erst ab dem 14. Februar in Schönfeld/Innenkrens statt. „Das ist keine Freizeit“, betont Mertens, „sondern eine LK-Fahrt, die Teil des Lehrplans ist, zu dem auch das Klettern an einer Kletterwand gehört.“ Fast 50 Schüler und sieben Lehrer werden sich ab Mitte Februar für rund eine Woche in Kärnten aufhalten.

Rund eine Woche wollte auch Ann-Cathrin Lange mit zwei Mitschülerinnen des Gymnasiums Schwertstraße in Saalbach Hinterglemm verbringen. Dass es fast ein Tag mehr wurde, lag an den Schneemassen. „Die einzige Straße in den Ort war bis Sonntag gesperrt“, erzählt Vater Rainer Lange. Die 16-Jährigen, die bei einem Jugendreise-Veranstalter gebucht hatten, konnten erst viel später als geplant abreisen und versäumten den ersten Schultag. Das Gymnasium selbst bietet (wie die Solinger Gesamtschulen) keine Skifreizeit an.

Bei Thomas Güthues vom Reisebüro Dahmen im „Hofgarten“ haben noch keine Kunden einen Aufenthalt in den vom Schnee heimgesuchten Orten storniert. „Skireisen werden vielfach aber auch privat veranstaltet“, erklärt der Büroleiter. Oft suchten die Ski-Urlauber immer wieder dieselben Ziele auf.

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