Solingen: Businesspark Piepersberg ist ausverkauft

Solingen : Businesspark Piepersberg ist ausverkauft

Die Solinger Wirtschaftsförderung hat alle Flächen des seit 2003 entwickelten und rund 220.000 Quadratmeter großen Gewerbegebietes in Gräfrath veräußert. Eine Firma beginnt noch dieses Jahr mit Neubau auf der Restfläche.

Frank Balkenhol bekommt strahlende Augen, wenn er zum Businesspark Piepersberg nach Gräfrath schaut. Denn das große, rund 220.000 Quadratmeter umfassende Gewerbegebiet ist ausverkauft: "Vergangenes Jahr haben wir die letzte Fläche dort verkauft. Das Unternehmen wird und muss noch in diesem Jahr mit seinem Neubau beginnen", sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Wie auch ein weiteres, das sein Neubauvorhaben ebenfalls noch realisieren wird.

Der Gewerbepark Piepersberg wurde 2003 entwickelt. Doch der Verkauf der Flächen, günstig gelegen nahe der Autobahn 46, war kein Selbstläufer - im Gegenteil. Denn es dauerte bis 2007, bis das erste Grundstück dort überhaupt verkauft werden konnte. Ansonsten wuchs im Piepersberg das Unkraut schneller als die Zahl der Firmen. Doch das ist jetzt Geschichte: "Vergangenes Jahr wurde die letzte mögliche Fläche im Gewerbegebiet Piepersberg-Ost verkauft", sagt Frank Balkenhol mit Blick auf nunmehr 220.000 Quadratmeter, die einen Käufer gefunden haben.

17 Unternehmen sind dort ansässig, sie beschäftigen im Piepersberg etwa 1000 Mitarbeiter, wenn alle Bauvorhaben abgeschlossen sind. "Von den Unternehmen wurden über 80 Millionen Euro investiert", sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Mit einer der größten Flächennutzer im Piepersberg ist Item Industrietechnik. Das Solinger Unternehmen hat im Dezember 2016 ein neues Vertriebs- und Fertigungszentrum im Businesspark Piepersberg eröffnet. Auf dem 67.000 Quadratmeter großen Gelände arbeiten 150 Item-Beschäftigte. Auch hier ging vom Grundstücksverkauf bis zur Fertigstellung viel Zeit ins Land: 2008 haben die ersten Verkaufsgespräche stattgefunden, 2009 kaufte Item das Grundstück. Die damalige Wirtschafts- und Finanzkrise machte dem innovativen Unternehmen von der Frieden-/Uhlandstraße aber zunächst einen Strich durch die Neubaupläne - die Planungen wurden erst 2011 wieder aufgenommen.

Durchschnittlich fünf Hektar Gewerbeflächen können die Wirtschaftsförderer im Jahr an Unternehmen verkaufen. "Entweder neue oder aber revitalisierte Flächen", sagt Balkenhol. Gerade die Erneuerung von Brachgebieten, wie beispielsweise das 6,6 Hektar große Rasspe-Gelände in der Kohlfurth oder das Omega-/Kieserling-Areal (etwa drei Hektar) in der Innenstadt, gewinnt zunehmend an Bedeutung, zumal auch die Solinger Wirtschaftsförderung bestrebt ist, die Neuausweisung von Gewerbeflächen in Grenzen zu halten. "Wir haben zurzeit über 100.000 Quadratmeter an Gewerbeflächen, die sofort bebaubar wären", berichtet Frank Balkenhol im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zur Verfügung steht als letzte neue Großfläche auch das Gebiet Fürkeltrath I in Gräfrath. 40.000 Quadratmeter sind hier zu vergeben. "Es besteht Baurecht. Wir führen Gespräche mit Interessenten, aber es gibt noch keinen Anschluss", sagt Balkenhol. Im Monhofer Feld in Ohligs hat die Wirtschaftsförderung zweimal je 10.000 Quadratmeter zur Bebauung im Angebot. Für Fürkeltrath II gibt es noch keinen Bebauungsplan, für das Gebiet Schrodtberg müsste der B-Plan angepasst werden. "Es sind gut 100.000 Quadratmeter Gewerbeflächen in Entwicklung", betont Frank Balkenhol.

Fleißig gearbeitet wird auch an der Entwicklung einiger Brachflächen. Dazu gehört neben Rasspe und Omega auch die Fläche der insolventen Eisengießerei Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald in einer Größenordnung von 40.000 Quadratmetern. Im Herbst dieses Jahres liegen die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung für das Gießerei-Gelände vor. Mit der Besiedlung des alten Rasspe-Geländes in der Kohlfurth rechnet Wirtschaftsförderer Balkenhol im Jahr 2020/21. Für das Omega-Gelände mit den angrenzenden Kieserling-Hallen gibt es konkrete Interessenten. Mit einer Entscheidung wird "im Laufe dieses Jahres" gerechnet.

Bleibt auch noch Piepersberg-West. Für dieses Areal gibt es noch keinen B-Plan, allerdings Gespräche darüber, hier die Arena Bergisch Land zu bauen, in der auch der Handball-Bundesligist BHC Spiele austragen will. "Daneben wäre aber auch noch Platz für die Ansiedlung von Unternehmen", so Balkenhol.

(RP)
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