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Solingen: Busch-Stiftung hilft alten Menschen

Solingen : Busch-Stiftung hilft alten Menschen

Seit 15 Jahren betreut die Busch-Stiftung Seniorenhilfe Demenzkranke und bietet Gesprächskreise für pflegende Angehörige an.

Die Farbcollagen und auch gegenständlichen Motive an der Pinnwand zeugen von Kreativität und Hingabe. "Das ist alles während der Gruppentreffen entstanden", sagt Gabriele Baumbach, fachliche Leiterin der Busch-Stiftung Seniorenhilfe. Die feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. "Wir wollten etwas für alte Menschen tun", blickt Thomas Busch zurück. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Beate gründete der heutige Hauptgesellschafter und frühere Geschäftsführer des Modeunternehmens Walbusch die Einrichtung im Jahr 1999.

Mittlerweile beschäftigt die Stiftung drei hauptamtliche Mitarbeiter und stützt sich zudem auf das Engagement von 30 ehrenamtlichen Helfern. "Ohne deren Einsatz und ihr Herzblut würde die Stiftung nicht existieren", sagt Gabriele Baumbach, die selbst als Ehrenamtlerin begann und von Thomas Busch inzwischen als "Mutter der Stiftung" bezeichnet wird.

Zum Angebot der Einrichtung gehören mehrere kostenlose Gruppentreffen mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Es gibt zum Beispiel einen Hausfrauennachmittag, in dem die Teilnehmerinnen gemeinsam kochen, einen "bunten Nachmittag", in dem die Betroffenen bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen können, und Aktivgruppen, in denen Menschen mit Demenz bei Spielen und Bastelarbeiten ihre Alltagskompetenzen trainieren.

Eine Runde für Männer im frühen Demenzstadium trifft sich an jedem zweiten Freitag im Monat, frühstückt zusammen und nimmt auch schon mal ein Skatblatt in die Hand. Ein Höhepunkt des Herrentreffs war im vergangenen Jahr der Besuch einer Oldtimer-Flotte am Treffpunkt an der Martinstraße 20. Die ehemaligen Räume der Firma Hammesfahr liegen nur wenige Meter von der Walbusch-Zentrale entfernt und dienen seit 2008 als Schauplatz vieler Veranstaltungen der Stiftung.

Deren Unterstützer betreuen an Demenz Erkrankte auch bei Hausbesuchen, spielen mit den Betroffenen oder gehen mit ihnen ins Theater. "Wir wollen die Menschen da abholen, wo der Pflegedienst keine Zeit mehr hat", sagt Thomas Busch und bekräftigt das Credo der Stiftung: "Das Herz wird nicht dement." Ein weiteres wichtiges Ziel der Einrichtung ist die Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger. Ihnen bietet die Stiftung "freie Samstage", an denen die Demenzkranken vorübergehend in Tageseinrichtungen betreut werden, sowie Gesprächskreise, um frustrierende alltägliche Erfahrungen verarbeiten zu können und Gehör zu finden.

Abgerundet wird das Angebot durch eine Vortragsreihe in Kooperation mit der Bergischen Volkshochschule. Zu den häufigen Referenten zählt dabei Dr. Hans-Claus Leopold, ehemaliger Chefarzt der neurologischen Abteilung an der St. Lukas Klinik. Als Kuratoriumsmitglied der Stiftung lieferte er viele Impulse für deren Konzeption. Seine Vorträge widmeten sich unter anderem den Risikofaktoren der Demenz, wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Rauchen oder Bewegungsmangel. Die Aufgabe der Stiftung sei nicht, Demenzkranke zu therapieren, betont er: "Die Menschen sollen nicht als Kranke wahrgenommen, sondern vielmehr ermuntert werden, selbst aktiv zu sein."

(RP)