Solingen: "Bunt statt Braun" will Rechts-Demo verhindern

Solingen: "Bunt statt Braun" will Rechts-Demo verhindern

Der Widerstand gegen rechte und islamische Extremisten wird konkret. 30 Mitglieder des Bündnisses "Bunt statt Braun" haben gestern Abend eine Strategie besprochen, wie ein Stand der "Republikaner" am Samstag in der Innenstadt verhindert werden kann, der sich vorgeblich gegen Salafisten richtet.

Das Bündnis, in dem unterschiedliche Organisationen vereint sind, will unter dem Motto "Solingen ist bunt statt braun" möglichst viele Bürger mobilisieren. So wird in den kommenden Tagen unter anderem auf Facebook und in Moscheen für die Gegendemo geworben. Auch Vertreter des Jugendstadtrats sagten zu, auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen, die sich gegen "extremistische, populistische und religiöse Hetze" wendet.

Dabei betonte die Mehrheit der Teilnehmer am Treffen in der SPD-Geschäftsstelle am Birkenweiher, im konkreten Fall richte sich der Protest gegen die "Republikaner". Das heiße zwar nicht, dass man Salafismus gut heiße. Doch ginge es zunächst einmal darum, am Samstag die Taktik der Rechten zu durchkreuzen, die alle Muslime mit den Salafisten gleichsetzten. Um dies zu erreichen, plant "Bunt statt Braun" keine eigene Demo, sondern will sich zu einem spontanen Treffen mit vielleicht einigen hundert Teilnehmern versammeln. Davon verspricht man sich, flexibler reagieren zu können.

Mit wie vielen Leuten die "Republikaner" in Solingen erscheinen werden, ist hingegen unklar. Nach Informationen unserer Zeitung ist es jedoch möglich, dass eine Gruppe zu dem "Republikaner"-Stand kommen könnte, die sich als der NPD nahe stehend bezeichnet.

  • Fotos : Bündnis „Bunt statt braun“ protestiert gegen rechte Demo in Solingen

Gleichzeitig will die Stadt am Samstag mit Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen deutlich machen, dass für Salafisten in Solingen ebenfalls kein Platz ist. Nach einem Treffen von Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) wurde beschlossen, eine Erklärung zu verfassen. Die Unterzeichner wollten sich "mit Nachdruck von den radikal-salafistischen Aufrufen und Botschaften distanzieren, die von der Millatu-Ibrahim-Moschee ausgehen", hieß es gestern von Seiten der Stadt.

Die Idee, sich gegen diese Form des religiösen Extremismus zu positionieren, war entstanden, nachdem die Morgenpost über salafistische Umtriebe unter anderem an Schulen berichtet hatte. Vergangene Woche war dann bekannt geworden, dass ein Hassprediger in der Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße als Imam wirkt.

(RP)
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