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Solingen: "Bunt statt Braun" tritt Pro NRW entgegen

Solingen : "Bunt statt Braun" tritt Pro NRW entgegen

Wenn am 1. Mai Anhänger von Pro NRW mit Mohammed-Karikaturen vor den Räumen der Salafisten an der Ecke Kurfürstenstraße/Konrad-Adenauer-Straße vorbeiziehen, will "Bunt statt Braun" nicht wegsehen. Das Solinger Bündnis gegen Rechtsextremismus ruft die Bürger auf, Abscheu gegen das Vorgehen der rechtspopulistischen Partei zu bekunden. "Wir bemühen uns, in Solingen ein vernünftiges Klima zu schaffen, und die versuchen, dass alles wieder kaputtzumachen", sagt Frank Knoche vom Koordinationskreis von "Bunt statt Braun".

Um 10.30 Uhr beginnt am Parkplatz Birkerstraße die Mai-Demonstration des DGB. Um 11 Uhr wollen die Unterstützer von "Bunt statt Braun" aus der Gruppe ausscheren und friedlich gegen den Umzug von Pro NRW zu protestieren. "Den können wir zwar nicht verhindern, aber jeder anständige Mensch kann denen zeigen, dass man dagegen hält", bekräftigt Hans-Werner Bertl vom Bündnis gegen Rechts. Die martialischen Äußerungen von Pro-NRW-Politikern, man wolle mit Aktionen "an die Schmerzgrenze gehen", beurteilt Bertl als große Gefahr. "Damit erzielt man ja eine gewisse Wirkung bei den Leuten."

Die Mitglieder der rechten Partei übten zwar selbst keine Gewalt aus, schafften aber einen Nährboden dafür, betonte "Bunt statt Braun"-Sprecher Jürgen Beu, der auch auf der Maikundgebung am Neumarkt zu den Rednern gehören wird.

Stand auf Maikundgebung

Vor allem die Agitation von Pro NRW gegen die Salafisten betrachten die Mitglieder des Bündnisses gegen Rechts mit Sorge. "Die allermeisten Muslime lehnen das fundamentalistische Gedankengut der Salafisten ab", sagt Knoche. Mit ihren provokanten Mohammed-Karikaturen wollten die Rechtsextremisten einen Solidarisierungseffekt der Muslime mit den Salafisten bewirken. "Damit hofft Pro NRW, den gesamten Islam besser als Feindbild verkaufen zu können", fährt Knoche fort. Gerade weil sich Schlag- und Teilnehmerzahl bei den rechten Umzügen vergrößert hätten, sei es die Pflicht aller engagierten Bürger, diesen Veranstaltungen entgegenzutreten, betonte Jürgen Beu.

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"Bunt statt Braun" wird mit einem Stand auf der Maikundgebung vertreten sein und organisiert in Zusammenarbeit mit der VHS und einigen anderen Partnern auch in diesem Jahr wieder eine Veranstaltungsreihe zum Thema Rechtsextremismus. Am Donnerstag, 3. Mai, 19 Uhr geht es im VHS-Forum, Mummstraße 10, um das Thema "Fußball zwischen Partyjubel und Rassismus." Referent ist der Sozialwissenschaftler Gerd Dembowski.

(ied)