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Bundestagswahl 2021 Remscheid / Solingen: Ingo Schäfer (SPD) gewinnt Direktmandat

Bundestagswahl 2021 in Solingen und Remscheid : Ingo Schäfer (SPD) gewinnt Direktmandat

Die Sozialdemokraten sind auch in Solingen und im bergischen Städtedreieck die Sieger der Bundestagswahl. Mit Ingo Schäfer wird erstmals seit zwölf Jahren wieder ein SPD-Mann die Region in Berlin vertreten.

Die bergischen Großstädte Solingen und Remscheid werden in den folgenden vier Jahren erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder von einem Sozialdemokraten in Berlin vertreten werden. Denn der SPD-Direktkandidat Ingo Schäfer hat die Bundestagswahl im Wahlkreis 103 (Solingen, Remscheid sowie Wuppertal-Cronenberg / -Ronsdorf) am Sonntag mit deutlichem Vorsprung gewonnen und wird damit den bisherigen bergischen Abgeordneten Jürgen Hardt (CDU) als Vertreter der Region in der Hauptstadt ablösen.

Auf den Solinger Schäfer entfielen insgesamt 32,6 Prozent der abgegebenen Erststimmen im Wahlkreis, während der Wuppertaler Hardt auf 27,6 Prozent kam. Auf Rang drei landete die Kandidatin der Grünen, Silvia Vaeckenstedt, mit 12,9 Prozent. Für Robert Weindl (FDP) stimmten wiederum 10,7 Prozent. Frederick Kühne (AfD) erreichte 7,6 Prozent der Erststimmen. Und für Shoan Vaisi entschieden sich 3,1 Prozent, derweil die sonstigen Kandidaten zusammen bei 5,3 Prozent landeten.

„Das ist ein glücklicher Tag nicht nur für mich, sondern für die bergische Sozialdemokratie insgesamt“, sagte Sieger Ingo Schäfer bei der Wahl-Präsentation im Solinger Theater und Konzerthaus, nachdem sich gegen 22 Uhr das Ergebnis immer deutlicher abzeichnete. Gleichzeitig dankte Schäfer seinem Team, welches in den zurückliegenden Wochen Schwerstarbeit geleistet habe, und hob hervor, die SPD habe vor allem mit Ehrlichkeit überzeugen können.

 Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) informierte sich über die Solinger Zwischenstände.
Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) informierte sich über die Solinger Zwischenstände. Foto: Peter Meuter
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„Im Gegensatz zu anderen Parteien haben wir etwa bei dem Ausstiegsdatum für die Braunkohle-Verstromung keine unrealistischen Ziele genannt“, unterstrich der gelernte Feuerwehrmann und langjährige Gewerkschafter, der ankündigte, nun auch in Berlin sozialdemokratische Politik für die Region betreiben zu wollen. Ingo Schäfer: „Es ist wichtig, dass das bergische Städtedreieck nach zwölf Jahren endlich wieder von einem Sozialdemokraten in der Hauptstadt vertreten wird“.

Der neue Abgeordnete kündigte an, am Dienstagmorgen um 9 Uhr an der ersten Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion teilzunehmen, derweil CDU-Mann Jürgen Hardt noch am Sonntagabend seine Niederlage einräumte. „Als im Bundestrend deutlich wurde, dass die Union rund fünf Prozentpunkte hinter der SPD liegen würde, war mir klar, dass es schwer werden würde“, sagte der bisherige Mandatsträger in einer ersten Reaktion. Zwar besaß Hardt am Sonntagabend weiterhin gute Chancen, über die Landesliste seiner Partei doch noch in den Bundestag einzuziehen. Gleichwohl wollte der Christdemokrat die Schlappe für die Union und für ihn selbst nicht beschönigen.

 Große Spannung herrschte im Theater und Konzerthaus beim Blick auf die Monitore.
Große Spannung herrschte im Theater und Konzerthaus beim Blick auf die Monitore. Foto: Peter Meuter

„Wir hatten zum Beispiel den Nachteil, dass bei uns die Nominierung des Kanzlerkandidaten zu lange gedauert hat“, analysierte der Christdemokrat, der darüber hinaus aber auch Fehler im Wahlkampf selbst ausmachte. So es der Union nicht gelungen, eine Kampagne zu entwickeln, die auf Kanzlerkandidat Armin Laschet zugeschnitten gewesen sei. Dies gelte es jetzt genauso aufzuarbeiten wie den Umstand, dass es der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gelungen sei, in der Regierung Opposition zu spielen.

Gleichwohl, so Hardt, gebe es nach wie vor Chancen für CDU und CSU, an einer zukünftige Regierung beteiligt zu sein. „Es muss nun sauber sondiert werden“, sagte Jürgen Hardt, der durchaus Chancen für eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, Grünen sowie FDP sieht. Und auch eine Neuauflage einer großen Koalition mit der SPD wollte der Christdemokrat am Sonntagabend zumindest nicht in Gänze ausschließen.

Einem solchen Bündnis räumt FDP-Direktkandidat Robert Weindl hingegen keine Chancen ein. „Wir sind mit unserem zweistelligen Ergebnis im Wahlkreis sehr zufrieden“, resümierte der Liberale der zudem unterstrich, die Zeiten, in denen es mit CDU und SPD vor allem zwei große Parteien gegeben habe, seien vorüber.

Silvia Vaeckenstedt von den Grünen lobte wiederum den fairen Wahlkampf der Kandidaten im bergischen Wahlkreis. „Das war gut“, sagte die Solinger Grünen-Direktkandidatin, die sich aber auch freute, dass der anstrengende Wahlkampf nun vorbei sei.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Wahlparty“ zur Bundestagswahl 2021 in Remscheid/Solingen