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Wermelskirchen: Jetzt rechts vor links an der Stockhauser Straße

Wermelskirchen : Jetzt rechts vor links an der Stockhauser Straße

Wird's mit der neuen Verkehrsführung an der Stockhauser Straße/Einmündung Jörgensgasse jetzt für Autofahrer gefährlicher? Warum die Änderung erfolgte, dazu gab es gestern von der Stadtverwaltung keine Aussage.

Droht Wermelskirchen in der Innenstadt ein neuer Unfallhäufungspunkt? Das befürchtet Burkhard Rittershaus. Er wohnt an der Königsstraße und erlebt seit einigen Tagen die neue Verkehrsführung im Einmündungsbereich Stockhauser Straße/Jörgensgasse. "Die Änderung der Verkehrsführung hat alles gefährlicher gemacht", ist sich Rittershaus sicher.

Foto: Hertgen Nico

Die Stockhauser Straße hat in den vergangenen Wochen in Teilbereichen einen neuen Straßenbelag bekommen. "Der wichtigste Bereich wurde aber nicht asphaltiert." Damit meint Rittershaus die Stockhauser Straße im oberen Verlauf am Gymnasium. "Dort stehen Gullideckel hoch. Und auch sonst ist es da sehr holprig. Eine Freude für jeden Stopfdämpfer", beschreibt er mit viel Ironie die Situation.

Wer die Jörgensgasse runterfährt, hat an der Stockhauser Straße Vorfahrt - hier gilt seit einigen Tagen rechts vor links. Das hätten viele Autofahrer noch nicht verinnerlicht, meint Rittershaus. Er habe schon eine Situation miterlebt, in der ein Remscheider Handwerker nach der alten, ihm wohl bekannten Verkehrsregelung die Stockhauser Straße befahren habe und es "bald geknallt hätte" - dem Wermelskirchener, der die Jörgensgasse befuhr und Vorfahrt hatte, zeigte er einen Vogel. "Achtung Vorfahrt geändert - das ist doch viel zu wenig als Hinweis", meint Rittershaus.

Eine Vereinfachung sei die neue Verkehrsführung jedenfalls aus Rittershaus' Sicht nicht. "Wer die Stockhauser Straße, vom Gymnasium kommend, in Richtung Krankenhaus befährt, muss an der Jörgensgasse abbremsen, um die neue Rechts-vor-Links-Regelung zu beachten. Aber da muss man sich förmlich reintasten, da das Eckgrundstück hohe Mauern hat."

Jörgensgasse und Stockhauser Straße, das scheine niemand im Rathaus beachtet zu haben, seien zudem die Verkehrsader für das Berufskolleg und das Gymnasium. Noch sei Ferienzeit, aber Ende August könne es dann kritisch werden, wenn vermehrt junge Leute diese Straßen mit der neuen Verkehrsführung nutzen würden. Dem Wermelskirchener erschließt sich jedenfalls nicht die Änderung der Verkehrsführung.

Für Rittershaus gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die Beschilderung noch genauer zu machen oder noch einmal genau zu überlegen, was mit dieser Änderung überhaupt bezweckt werden soll. "Niemand hat bisher gesagt, warum man eine bewährte Verkehrsführung ändert und sie damit gefährlicher wurde." Diese Frage hätte die Redaktion gestern gerne den Verantwortlichen in der Verwaltung gestellt. Doch dort war niemand anzutreffen, der sich zur Änderung äußern kann und darf.

(RP)