Solingen: Engpass am Viehbachsammler bleibt länger

Solingen: Engpass am Viehbachsammler bleibt länger

Wegen der starken Niederschläge der zurückliegenden Monate ziehen sich die Arbeiten im Bereich Mühlenstraße/Höhscheider Straße rund drei Monate in die Länge. Der Zeitplan für das Gesamtprojekt bis 2020 ist aber nicht in Gefahr.

Sie ist eines der Nadelöhre in Ohligs - und wird es auch eine Weile bleiben. Denn nachdem die vergangenen Monate besonders viel Regen gebracht haben, wird die Baustelle an der Mühlenstraße / Höhscheider Straße länger bleiben als zunächst geplant.

Auf der Viehbachtalstraße läuft der Verkehr von Ohligs nach Merscheid in beiden Richtungen einspurig. Staus gibt es aber nur selten. Foto: Köhlen Stephan

Tatsächlich war ursprünglich vorgesehen gewesen, die Arbeiten, die Teil des neuen Viehbachsammlers sind, schon im Januar abzuschließen. "Weil das Wetter aber zuletzt ungewöhnlich nass gewesen ist, steht nun fest, dass sich dieser Termin nicht mehr halten lässt", sagte gestern eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage. Nun gehe man davon aus, dass die Baustelle, die direkt unter der Viehbachtalstraße liegt, erst in rund drei Monaten beendet werden könne.

Auf den Fahrplan für das Gesamtprojekt Viehbachsammler soll diese Verzögerung aber keinen negativen Einfluss nehmen. "Dabei liegen wird nach wie vor in der Zeit", betonte die Rathaussprecherin. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 die Ableitung von Mischwasser aus dem Viehbach, das später im Wasserwerk Ohligs gefiltert werden muss, auf den technisch neuesten Stand zu bringen. So verlegen die Technischen Betriebe Solingen auf einer Länge von rund viereinhalb Kilometern unter anderem moderne Rohre. Und es werden - wie am Übergang der Mühlen- in die Höhscheider Straße Einstiegsgruben zum Kanal gebaut.

Das jedoch gestaltet sich angesichts des nassen Herbstes und Winters schwieriger als zunächst gedacht. Durch die vielen Regenfälle dringt nämlich Grundwasser nach oben, was zur Folge hat, dass die Grube zunächst richtig abgedichtet werden muss, ehe die Betonarbeiten in Angriff genommen werden können.

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Ein Umstand, der vor allem die Autofahrer ärgert. Denn aufgrund der eingeschränkten Verkehrsführung kommt es hauptsächlich zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs in den Morgenstunden sowie am Nachmittag häufig zu Staus nach Ohligs herein und auch vereinzelt in umgekehrter Richtung nach Höhscheid beziehungsweise auf die Viehbachtalstraße.

Auf der Stadtautobahn selbst läuft der Verkehr hingegen - trotz einspuriger Verkehrsführung zwischen Bussche-Kessel-Weg sowie Schwarze Pfähle - großteils reibungslos. Eine solche Prognose hatte die Stadt bereits bei Beginn der Bauarbeiten im Juni 2016 abgegeben - obwohl in Richtung Stadtmitte eine Fahrspur auf einer Distanz von immerhin 600 Metern wegfällt, während auf der anderen Seite der "Vieh" sogar 1100 Meter nur eingeschränkt nutzbar sind.

Die Arbeiten für den zukünftigen Viehbachsammler sind in insgesamt drei Bauabschnitte unterteilt. Die erste Etappe von Hackhausen bis Barl wurde schon vor einigen Jahren beendet. Momentan läuft die zweite Phase, die im Verlauf des Jahres 2018 beendet werden soll. Danach steht noch der dritte und letzte Bauabschnitt an. Dieser umfasst die Bereiche an der Viehbachtalstraße östlich der Zu- und Abfahrt Schwarze Pfähle. Auch in diesem Fall wird es notwendig sein, jeweils eine Fahrspur in beiden Richtungen der Stadtautobahn zu sperren.

Zurzeit werden die Rohre parallel zur "Vieh" in einer Tiefe von über 20 Metern vorangetrieben. Sind in zwei Jahren alle Arbeiten abgeschlossen, können zwischen Hackhausen im Westen und Untengönrath im Osten neun veraltete Regenwasserentlastungsbauwerke ersetzt werden. Der Viehbachsammler nimmt "behandlungspflichtiges Mischwasser" aus Haushalten sowie Industrie sowie Regenwasser aus Ohligs und aus Teilen von Wald und Höhscheid auf. In der Summe sind für das Großprojekt Kosten von 35 Millionen Euro veranschlagt.

(RP)