Solingen: Bürger informieren sich über Flüchtlingsdorf in Ohligs

Solingen : Bürger informieren sich über Flüchtlingsdorf in Ohligs

Die Stadt sucht "händeringend nach Möglichkeiten" zur Unterbringung von Flüchtlingen. So drückte es der Leiter des städtischen Krisenstabes, Kämmerer Ralf Weeke, am Dienstagabend bei einer Infoveranstaltung von Stadt und Deutschem Roten Kreuz (DRK) zur Errichtung eines Flüchtlingsdorfs an der Monhofer Straße in Ohligs aus.

Mehrere hundert Bürger waren in die Aula des Humboldtgymnasiums gekommen. "Wir haben die verdammte Pflicht, diesen Menschen zu helfen", sagte Ralf Weeke. Er sprach von einer "dramatischen Situation", die man zwar im Griff habe, von der aber niemand wisse, wie sie sich weiter entwickele.

Zwei Arten von Flüchtlingen kämen derzeit nach Solingen. Dies sind einerseits die "monatlichen Regelzuweisungen" von Personen, die die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes durchlaufen haben und deren Asylverfahren läuft. Das andere Kontingent sind die Fälle von Amtshilfe, in denen das Land nicht in der Lage ist, die Personen in Erstaufnahmeeinrichtungen unterzubringen. Für diese müssen die Kommunen kurzfristig Erstaufnahmeeinrichtungen schaffen, damit keine Obdachlosigkeit entsteht.

Klaus Ofer von der ausführenden Firma OK Messebau stellte den Aufbau des Dorfes vor. Danach gibt es drei Hauptzelte als Schlafräume, zwei Küchenzelte und mehrere kleine Zelte für Kinderbetreuung oder Schulungen. Zudem gibt es Duschmöglichkeiten und Waschmaschinen. Das Areal ist eingezäunt und nach aktueller Planung werden sechs Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma ständig im Einsatz sein. Mit drei Kategorien von Ausweisen - für Bewohner, Mitarbeiter und Gäste - soll der Zugang kontrolliert werden.

Sechs Sozialarbeiter werden sich vor Ort um die Menschen kümmern. Man wolle den Menschen schnell "Orientierung in unsere Gesellschaft" vermitteln, betonte Jan Welzel, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Solingen. Ihm sei das "gute Einvernehmen mit den Nachbarn wichtig", unterstrich Welzel. Daher wolle man mit den Anwohnern in ständigem Kontakt bleiben. Dies gelte für "kritische Anmerkungen" wie auch für die Vermittlung ehrenamtlichen Engagements.

Ralf Weeke versicherte zu Bedenken von Anwohnern zur Gewährleistung der Sicherheit, die Stadt arbeite an einem Sicherheitskonzept. Bei auftretenden Problemen würden die Sicherheitsmaßnahmen in jedem Fall verstärkt.

Zurzeit wird das Areal zwischen Monhofer Straße, Weyer Straße und Stiehls Teich, das die Stadt von der Firma Kronprinz erworben hat, gerodet und planiert. Ab dem 12. Oktober soll dann mit dem Aufbau des Flüchtlingsdorfes begonnen werden. Zu Beginn der Belegung ab Anfang November sollen 200 Personen dort untergebracht werden, deren Zahl dann schrittweise auf bis zu 600 angehoben wird.

(bjd)
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