Bürger-Informationsabend: Hitzige Diskussion um A3-Ausbau

Bürger-Informationsabend : Hitzige Diskussion um A3-Ausbau

Bei einem Infoabend von Straßen.NRW in Langenfeld gab es viel Kritik. Auch die Solinger Politik streitet.

Der geplante achtspurige Ausbau der Autobahn A3 zwischen Hilden und Opladen sorgt für viel Unmut. Bei einem Informationsabend in der Langenfelder Stadthalle äußerten sich jetzt Bürger aus den anliegenden Städten kritisch. Mehrere forderten statt zwei zusätzlichen Fahrbahnen eine Instandsetzung der vorhandenen Spuren, einen besseren Lärmschutz und die temporäre Freigabe der Standstreifen.

Allerdings kann die letztgenannte Variante aus Sicht des zuständigen Landesbetriebes.NRW lediglich eine Zwischenlösung darstellen, wie dessen Verkehrsplaner Willi Kolks am Mittwochabend in Langenfeld noch einmal unterstrich. Die Freigabe der Standstreifen sei allein schon vom Auftrag, den Straßen.NRW bekommen habe, nicht möglich. Und zudem stünden auch gesetzliche Vorgaben einem solchen Unterfangen entgegen.

Zuletzt hatten sich die Verwaltungschefs der Anrainer-Städte, darunter auch Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), für eine dauerhafte Nutzung der Standstreifen stark gemacht. Wobei die Stadtoberhäupter nun Unterstützung von Thomas Hendele (CDU), Landrat im Kreis Mettmann, bekamen.

Hendele plädierte bei der Versammlung in Langenfeld nämlich ebenfalls für eine Lösung mit breiter Akzeptanz, in der Lärm- und Naturschutz berücksichtigt würden. Eine Vermeidung von Staus sowie eines damit verbundenen höheren Kohlendioxid-Ausstoßes lasse sich jedoch nur durch einen Ausbau erreichen. Hendele: „Es ist also keine Frage des Ob, sondern des Wie die A3 ausgebaut werden soll.“

Was einige Bürger indes bezweifeln. „Der A3-Ausbau ist ein schlechter Traum für die Anwohner“, sagte bei der Bürgerversammlung beispielsweise eine Frau aus Solingen, die sich in ihrer Argumentation auf die junge Generation berief. Diese stehe für eine veränderte Verkehrspolitik und mehr Klimaschutz.

Dem Redebeitrag der Solingerin schlossen sich die meisten Anwesenden in der Stadthalle Langenfeld an. Die 1,1 Milliarden Euro, die die Verantwortlichen für den gesamten achtspurigen Ausbau auf 85 Kilometern Länge einkalkulierten, sollten besser in den Nahverkehr investiert werden, war der allgemeine Tenor in der Veranstaltung, bei der vor allem der Vertreter des NRW-Verkehrsministeriums, Michael Heinze, einen schweren Stand hatte.

Dieser argumentierte, dass vor dem Problem über Jahrzehnte hinweg die Augen verschlossen worden seien und nun gehandelt werde müsse. Eine Einschätzung, die sich am Freitag Solingens CDU-Landtagsabgeordneter Arne Moritz zu Eigen machte. „Das Verkehrsaufkommen wird in Zukunft weiter zunehmen“, sagte Moritz. Der Christdemokrat führte dabei vor allem zwei Aspekte ins Feld, die nach seiner Einschätzung gegen eine Standspur-Lösung sprechen. Zum einen, so Moritz, verhindere diese Option aus Platzgründen eine Verbesserung des Lärmschutzes. Zum anderen müsse es aber auch darum gehen, „dass die vielen Pendler auf dieser Strecke schnell und vor allem sicher von A nach B kommen“.

Schwere Vorwürfe erhob der CDU-Mann in diesem Zusammenhang gegen OB Kurzbach. Dieser spiele – durch seinen Einsatz für die Standstreifen-Nutzung – nicht allein mit der Gesundheit der A 3-Anwohner, sondern überdies mit der Sicherheit auf der Autobahn.  „Der achtspurige Ausbau ist wichtig und richtig für Solingen“, sagte Moritz, der sich gleichzeitig dafür aussprach, die Raststätte Ohligser Heide aus Gründen des Umweltschutzes nicht in Richtung Heide zu erweitern.