Solingen: "Brücke der Zukunft" trägt 100 Figuren

Solingen : "Brücke der Zukunft" trägt 100 Figuren

In der Eventschmiede ist zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke unter Mitwirkung von über 100 Personen eine Skulptur entstanden

Sie seilen sich ab, liegen in der Gegend oder taumeln umher: über 100 geschmiedete Figuren auf einem Stahlgerüst. Die Skulptur von Monika Brandes und Michael Bauer-Brandes trägt den Namen "Brücke in die Zukunft". Mit diesem Titel huldigt das Ehepaar dem Bauwerk, in dessen Schatten ihre Eventschmiede steht: der Müngstener Brücke.

Ein Jahr lang haben in 950 Arbeitsstunden über 100 Menschen an dem Projekt mitgewirkt. "Mir kam die Idee, etwas zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke zu machen", erklärte Monika Brandes bei der Vernissage. Um möglichst viele Menschen einzubinden, entschied sie sich für eine Brücke, auf der kleine Figuren stehen. Sie startete einen Aufruf - mit großer Resonanz. Unter anderem beteiligten sich das Technische Berufskolleg, die Evangelische Jugend Dorp, das Palliative Hospiz sowie Freunde, Verwandte und Interessierte.

Das Ergebnis könne sich sehen lassen, befand Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach: "Die Brücke ist ein herausragendes Symbol - sie verbindet Menschen." Der Schirmherr versteht die gemeinschaftliche Arbeit als Appell, dass jeder für seine eigenen Brücken im Leben verantwortlich ist und selbst an ihnen Hand anlegen muss. Dafür, dass sich die entstandene Modellbrücke spiralförmig gen Himmel erstreckt, hat der OB eine eigene Erklärung: "Aus einem Fundament aus Demut und Dankbarkeit wächst eine verheißungsvolle Zukunft." Für Kurzbach war die Schirmherrschaft eine Art Heimkommen: Die erste Schirmherrschaft seines Lebens hat er vor vier Jahren ebenfalls für ein Projekt der Eventschmiede übernommen.

Zur Vernissage ist auch Benedikt gekommen. Der 13-Jährige hat mit einer Gruppe aus Remscheid an dem Projekt teilgenommen. Dass die Figuren nummeriert wurden, half ihm, seine Kreation wiederzufinden. "Ich bin sehr sportlich - deshalb läuft mein Männchen", sagte er.

Knapp drei Stunden hat er gebraucht, um aus sechs einzelnen Stahlstücken seine Figur zu gestalten. Dazu musste er das Material erhitzen und in die entsprechende Form bringen. Zusammengesetzt und verschweißt wurden die Einzelteile von Michael Bauer-Brandes sowie den beiden Gesellen und zwei Azubis der Eventschmiede. "Zu sehen, dass man selber etwas geschaffen hat, ist ein gutes Gefühl", freute sich Benedikt.

Die Figuren ordnete Monika Brandes an. Sie alle eint, dass sie in völlig unterschiedliche Richtungen laufen. Für einige Männchen geht es nach unten, andere kämpfen sich nach oben. "Im Leben haben alle Individuen unterschiedliche Laufrichtungen und Sichtweisen", erklärte Brandes.

Noch bis zum 1. November ist die "Brücke in die Zukunft" in der Eventschmiede zu sehen. Für die Zeit danach hat Tim Kurzbach bereits Interesse bekundet, die Skulptur im Rathaus auszustellen.

Bis dahin kann man sie werktags zwischen 8 und 17 Uhr in Müngsten anschauen. Am Samstag, 15. Oktober, öffnet die Schmiede von 11 bis 14 Uhr ihre Pforten für Besucher. Am letzten Wochenende im Oktober findet das Brückenfest statt. An beiden Tagen ist die Schmiede von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

(RP)