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Breite politische Mehrheit in Hilden gegen A3-Ausbau

Im Hildener Stadtrat: : Breite Mehrheit in Hilden gegen A3-Ausbau

Fünf Fraktionen des Hildener Stadtrats haben sich gegen den achtspurigen Ausbau der A3 ausgesprochen. Sie wollen Ende Oktober eine Resolution verabschieden und an Land sowie Bund appellieren. Doch was genau bedeutet das?

Gegen den geplanten achtspurigen Ausbau der Autobahn 3 zwischen Hilden und Opladen formiert sich in Solingens Nachbarstadt Hilden eine breite politische Mehrheit. Mehrere Fraktionen, darunter Grüne, FDP und SPD, haben jetzt eine Resolution gegen das Vorhaben auf den Weg gebracht. Am 30. Oktober soll der Stadtrat diesen Antrag beschließen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Projekt.

Was soll passieren? Die A 3 ist eine der meist befahrenen Straßen Deutschlands. Zwischen Hilden und Solingen fahren täglich rund 120.000 Fahrzeuge, darunter rund zehn Prozent Schwerlast. Ständig kommt es zu Staus und zäh fließendem Verkehr. Bis 2030 nimmt dieser Verkehr laut aktuellen Schätzung um bis zu 15.000 Fahrzeuge am Tag zu, der Lkw-Verkehr nimmt dabei 17 Prozent ein. Der Bundesverkehrswegeplan sieht daher den achtspurigen Ausbau der bislang sechsspurigen A 3 zwischen Hilden und Leverkusen auf einer Länge von 19,7 Kilometer vor. Die Vorplanungen laufen bereits seit 2013. Die aktuell geplanten Kosten belaufen sich auf 286 Millionen Euro.

  • Die A3 soll achtspurig ausgebaut werden.⇥Archivfoto:
    Hilden : Breite politische Mehrheit gegen A3-Ausbau
  • Autobahn A 3 : Stadtrat fasst Resolution zum A 3-Ausbau
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Wann soll gebaut werden? Die aktuellen Baustellen auf der A 3 haben nichts mit dem Ausbau zu tun. Momentan wird einerseits die Fahrbahndecke erneuert und andererseits die Brücke über die A46 im Kreuz Hilden neu gebaut. Beide Vorhaben sollen Ende 2020 fertig sein. Bis der erste Spatenstich für den achtspurigen Ausbau ansteht, gehen noch einige Jahre ins Land. Momentan befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Zurzeit werden die letzten Grundlagen wie eine umfangreiche Verkehrsuntersuchung sowie eine Umweltverträglichkeitsstudie ermittelt. Auf diesen Grundlagen werden verschiedene Ausbauvarianten skizziert. Der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW rechnet erst für 2030 mit dem Baubeginn, eventuell auch etwas früher.

Das sagen die Kritiker. Für den Ausbau müssen Grundstücke gekauft oder enteignet werden. Betroffen sind Städte, Unternehmen und Privatleute. Unter Umständen müssen auch Teile der Naturschutzgebiete Ohligser Heide und des Further Moores bebaut werden. Das wollen die Kritiker verhindern. Sie möchten, dass der Standstreifen im Bedarfsfall für den Verkehr freigegeben wird. Ein flankierender Vorschlag ist ein Tempolimit von 100 km/h und ein Überholverbot für Lkw. Daneben befürchten viele Kritiker erhebliche zusätzliche Lärmbelastungen für Wohngebiete.

Das sagen die Befürworter. Die A 3 ist schon heute nicht mehr Herr über die Masse an Fahrzeugen. „Zu einem Ausbau des nicht mehr leistungsfähigen Verkehrsweges gibt es keine Alternativen. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der Region ist keine generelle Abnahme der Verkehre zu erwarten. Die prognostizierten Verkehrszahlen für das Jahr 2025 lassen somit keine Nullvariante zu“, steht im Bundesverkehrswegeplan. Daher erfolge die Einstufung in den „Vordringlichen Bedarf mit Engpassbeseitigung“.

Was spricht gegen die Standstreifennutzung? Laut Straßen.NRW sei diese Variante bereits 2011 geprüft worden. Demnach komme die Freigabe des Seitenstreifens, die unter anderem Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) befürwortet, für den fließenden Verkehr grundsätzlich nur in Ausnahmen und auch nur als Übergang in Betracht. Überlastete Autobahnen müssten in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium und der Straßenverkehrsbehörde ausgebaut werden.

Wie hängt der A 3-Ausbau mit der Diskussion über eine neue Solinger Zufahrt zusammen? Im Zuge des achtspurigen Ausbaus wäre unter anderem ein Ausbau des Kreuzes Langenfeld in Richtung Leichlingen möglich. Die Städte Langenfeld und Leichlingen präferieren eine solche Maßnahme. Diese würde aber zu einer Zunahme des Verkehrs auf der Opladener Straße in Aufderhöhe führen. Deshalb befürwortet die Stadt Solingen die Prüfung eines neuen A 3-Anschlusses an der Haus-Gravener-Straße in Langenfeld. So könnten große Teile des Verkehrs aus dem Bereich Landwehr / Aufderhöhe ferngehalten werden. In einem gemeinsamen Papier haben die Städte Solingen, Langenfeld und Leichlingen vor Kurzem vereinbart, eine solche Option zumindest zu prüfen.

Wie geht es jetzt weiter? Der Hildener Rat verabschiedet am 30. Oktober besagte Resolution, in der die Mehrheit den Ausbau der A 3 auf acht Spuren ablehnt und Bundesregierung sowie Bundestag auffordert, von diesem Vorhaben Abstand zu nehmen. Die Bevölkerung soll etwa durch Versammlungen zeitnah über die beabsichtigten Maßnahmen unterrichtet werden. Die Vorplanungen von Straßen.NRW laufen ebenfalls weiter. Denn der Ausbaubedarf sei durch den gültigen Bundesverkehrswegeplan 2030 gesetzlich festgestellt worden. Und daran müsse man sich halten.