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Solingen: Brauhaus ins Birkerbad?

Solingen : Brauhaus ins Birkerbad?

Im ehemaligen Barmer Stadtbad wurde ein Brauhaus eingerichtet. Sollte das Birkerbad endgültig geschlossen bleiben, dann müsste überlegt werden, wie das denkmalgeschützte Hallenbad Solingen künftig genutzt werden soll.

Der Satz ist knapp, aber deutlich gehalten: "Dieses Bad steht für den Schwimmbetrieb derzeit nicht zur Verfügung", heißt es auf der städtischen Homepage zum Hallenbad Solingen. Für das Birkerbad gibt es zwar keinen Schließungsbeschluss, die Türen des Denkmal-geschützten Hallenbades sind gleichwohl abgeschlossen.

Betriebsbereit wird das Bad so lange gehalten, bis es einen anderen politischen Beschluss gibt. Das erspart der Stadt etwas an Betriebskosten. Auf die lange Bahn schieben kann die Politik die Antwort auf die Frage aber nicht, ob nun das Birkerbad oder aber das Hallenbad Vogelsang fürs öffentliche Schwimmen vorgehalten wird.

Neuerlich rüsten die Sportpolitiker deshalb nach September 2011 nun zu einem weiteren Bäderworkshop am 1. März. Auch, weil die Regierungspräsidentin in ihrem "Brandbrief" der Verwaltung mit auf den Weg gegeben hat, ihre Hausaufgaben in Sachen Bäderkonzept jetzt schnell zu entscheiden. "Die Politik muss sagen, was sie den Solingern bieten will", meint Ernst Schneider mit Blick auf ein öffentliches Schwimmangebot.

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Er ist Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Solingen (BSG) und Geschäftsführer der Solinger Bädergesellschaft. Und er hält eine Kooperation mit Haan, ein gemeinsames Hallenbad zu realisieren, zumindest für überlegenswert: "Das wäre ideal", findet Ernst Schneider.

Hoher Sanierungsstau

Die Bädergesellschaft hat Zahlen über Sanierungs- und Instandhaltungskosten auf den Tisch gelegt: rund 2,34 Millionen Euro fürs Hallenbad Vogelsang, fürs Birkerbad wären etwa 6,65 Millionen Euro fällig. Hier stehen aber noch Fördermittel von rund 3,5 Millionen Euro bereit. Fürs Birkerbad hatte sich lange Zeit die Lebenshilfe interessiert. Sowohl Politik als auch Verwaltung hatten darauf gesetzt, dass der Verein das ältestes Solinger Hallenbad übernimmt, es saniert und zum Gesundheitsbad umbaut. Doch wegen steuerlichen Aspekten und der Ereignisse in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima sagte die Lebenshilfe "endgültig Nein" zur Übernahme des Bades. Die Energiepreise, so hieß es, seien künftig nicht mehr kalkulierbar.

Doch was kann man aus einem denkmalgeschützten Birkerbad machen, wenn es endgültig geschlossen würde? Ein Brauhaus wie im ehemaligen Barmer Stadtbad in Wuppertal? Der Solinger Unternehmer Siegfried Lapawa, der sich im Gastronomiebereich ebenso auskennt, wie in der Sanierung von Denkmälern, ist skeptisch: "Von der Lage her ist das Birkerbad sicher top, aber vor allen Planungen müsste zunächst untersucht werden, ob beispielsweise für ein Brauhaus überhaupt ein Bedarf vorhanden ist", sagt Lapawa.

Er hat im Birkerbad seinen Frei- und Fahrtenschwimmer gemacht, überdies den Jugendschwimmschein. Ob Brauhaus, Multifunktionsveranstaltungszentrum oder Erlebnisgastronomie für junge Leute im Birkerbad — "so etwas müsste ein Alleinstellungsmerkmal haben", weiß Lapawa. Alleine, so der Unternehmer, wäre die Umsetzung einer solchen Idee aber nicht zu stemmen. Das wäre viel zu teuer. "Oder man müsste viel Idealismus dafür aufbringen." Gleichwohl, reizen würde es den Unternehmer allemal, konkret darüber nachzudenken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Birkerbad in Solingen

(RP/rl)