Solingen: Brachen entwickeln statt neue Gewerbegebiete

Solingen : Brachen entwickeln statt neue Gewerbegebiete

Die Ergebnisse der Online-Befragung zu gewerblichen Bauflächen vom 26. Januar bis 18. Februar liegen vor.

Das Rasspe-Areal in der Kohlfurth und Piepersberg-West in Gräfrath werden als "vergleichsweise unproblematisch" für eine Gewerbeausweisung angesehen, als "im hohen Maße ungeeignet" sehen die Teilnehmer der Online-Befragung zu gewerblichen Bauflächen aber die Gebiete Keusenhof, Fürkeltrath II und Buschfeld.

Ökologische Bedenken sowie die mangelnde Verkehrsanbindung werden hier insbesondere als Ablehnungsgründe angeführt. Unentschieden sind dagegen die Bürger, die an der Online-Befragung vom 26. Januar bis 18. Februar teilgenommen haben bei der Ausweisung möglicher Flächen in Stöcken und Schrodtberg.

Rechtzeitig vor der Sitzung des Planungsausschusses am kommenden Montag hat die von der Stadt beauftragte Firma Zebralog jetzt die Ergebnisse des Online-Dialogs präsentiert. Die sollen insbesondere Entscheidungsgrundlage für die politischen Gremien sein, aber auch in die Stellungnahme der Stadt bei der Neuaufstellung des Regionalplans der Bezirksregierung Düsseldorf einfließen.

Insgesamt gingen bei "Solingen redet mit" 1657 Kommentare ein. Überwiegend (1441) aber zur Diskussion der zehn Thesen, die von der Stadt vorgegeben waren, und weniger in die Flächendiskussion. Hier wurden lediglich 216 Kommentare von Bürgern ausgewertet. Im Beteiligungszeitraum kamen laut Zebralog 2605 eindeutige Besucher auf die Online-Plattform, sei es, um sich aktiv zu beteiligen, oder sich in der für die Debatte um Gewerbegebiete relevanten Dokumente gespickten Bibliothek zu informieren.

Eindeutig bei der Diskussion zu den zehn Thesen der Stadt ist, dass der Devise "Brache vor Neuentwicklung" Vorrang gegeben werden soll. Naturschutz und der Erhalt von grünen Lungen, die Stärkung der ökologischen Landwirtschaft und der Schutz des Ittertals spielen für viele Teilnehmende auch mit Verweis auf die Endlichkeit von Ressourcen eine zentrale Rolle, heißt es im Bericht von Zebralog.

Ob wirklich so viele Gewerbeflächen gebraucht werden, wie von der Wirtschaftsförderung dargestellt wird, das bezweifeln viele Teilnehmer der Online-Befragung. Die Themendiskussion hat allein sechs Mal so viele Beiträge auf sich vereint, wie die Diskussion um die sechs Potenzialflächen. Dagegen wird eine Revitalisierung der Innenstadt gewünscht, die weitere Ausbreitung von Discountern auf der grünen Wiese von sehr vielen abgelehnt. Der Wunsch nach einem besseren Stadtmarketing und eine Reform der Wirtschaftsförderung - verstärkter Dialog mit Unternehmen - sind ebenfalls Kernergebnisse von "Solingen redet mit".

Die Stadt verspricht jedenfalls, bei zukünftig anstehenden Beratungen zu einzelnen Gewerbeflächen die Erkenntnisse der Online-Befragung zu berücksichtigen.

Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, Montag, 23. März, 17 Uhr, kleiner Konzertsaal.

(uwv)
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