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Solingen: Boulevard soll bezahlbar werden

Solingen : Boulevard soll bezahlbar werden

Seit Jahren liegen die Pläne für den Umbau der Konrad-Adenauer-Straße hin zu einem Boulevard in der Schublade. Jetzt prüft ein Gutachter, wo Kosten eingespart werden können. Nach Ostern liegen Ergebnisse vor.

Rund sechs Millionen Euro würde der Umbau der Konrad-Adenauer-Straße hin zu einem Boulevard kosten. Zu teuer für die Stadt, wenn das seit Jahren geplante Projekt allein aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsprogramm gefördert würde. Denn hier liegt der von der Stadt zu stemmende Eigenanteil bei 35 Prozent. Dies ist angesichts der Haushaltslage nicht aufzubringen.

Von daher rechnet nun ein Gutachte, wie Kosten eingespart werden können und ob Maßnahmen über Fördertöpfe des Stadterneuerungsprogramms finanziert werden können. "Beispielsweise die Begrünung der Straßenränder oder der Mittelinseln", sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Das Stadterneuerungsprogramm hat nämlich den Charme, dass hier Kosten in Höhe von 80 Prozent gefördert werden, der städtische Eigenanteil reduziert sich so auf 20 Prozent. "Nach Ostern wird der Gutachter Lösungen vorschlagen", sagt Hoferichter, "mit dem Ergebnis gehen wir dann zu einem Abstimmungsgespräch zur Bezirksregierung".

Bestandteil der Planung Konrad-Adenauer-Straße war auch die neue Haltestelle am Rathaus. Die ist fertiggestellt, auch hier gelang es, einen anderen Fördertopf zu finden. "Dadurch wurden die Gesamtkosten schon reduziert", rechnet Hoferichter vor. Der Stadtdirektor betont, dass sich "am Gesamtkonzept in der Grundstruktur nichts ändern wird". Es gehe darum, die Kosten günstiger zu gestalten, eventuell auch darum, ob einzelne Maßnahmen verzichtbar seien. Rainer Bohm von der Aktionsgemeinschaft Konrad-Adenauer-Straße, der sich seit Jahren für den Umbau der Hauptverkehrsachse einsetzt, begrüßt die Aktivitäten der Stadt: "Wir wittern ein bisschen Morgenluft, wir geben nicht auf", meint das CDU-Ratsmitglied.

Der Rechtsanwalt hält eine Aufwertung der Konrad-Adenauer-Straße für dringend geboten. Nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Geschäftsleute. Für ihn ist die viel befahrene Straße ein Teil der Innenstadt, auch wenn der Umbau Bestandteil des Nordstadt-Konzeptes ist. "Die Innenstadt hört ja nicht an den Clemens-Galerien auf", argumentiert Bohm.

Fußgängerüberweg am Theater

Allein eine "abgespeckte Variante" würde Rainer Bohm allerdings nicht reichen. Er hat die Hoffnung, dass Solingen am Stärkungspkat II teilnehmen kann und so in die Lage versetzt wird, auch wieder in Straßenbauprojekte investieren zu können.

Zum Umbau Konrad-Adenauer-Straße gehört aber beispielsweise auch ein Fußgängerüberweg in Höhe des Theater und Konzerthauses zu den Christians-Villen. Zudem soll die schmuddelige Unterführung kurz hinter der neuen Haltestelle am Rathaus zugeschüttet werden.

(RP)