Matthias Nitsche: Botanischer Garten kämpft um sein Image

Matthias Nitsche: Botanischer Garten kämpft um sein Image

Der stellvertretende Vorsitzender der Park-Stiftung hofft auf mehr Besucher als im Vorjahr.

Dass Ihre Bilanz des Jahres 2017 nicht so positiv ausfiel, lag offenbar weder am Programm noch am Wetter: Im Zuge der Neubauten für das Pallitative Hospiz hatte die Stadt die alte Toilettenanlage abgerissen. Die oft verschmutzten Dixieklos als Übergangslösung sollen Besucher von Veranstaltungen ferngehalten haben. Gibt es für dieses Jahr bessere Nachrichten?

Matthias Nitsche: Ja. Die Container, die die Stadt hat aufstellen lassen, stellt, wenn man so will, eine mehr als 1000-prozentige Verbesserung dar. Dort ist es warm, es gibt Licht und ein Waschbecken mit fließendem Wasser.

Wie kommt denn der Neubau der festen Toilettenanlage voran?

Nitsche Ich gehe davon aus, dass sie Mitte bis Ende April fertig sein wird. Anfang der vergangenen Woche sollte der Estrich verlegt werden, das musste man allerdings wegen des Frostwetters verschieben. Wände müssen noch verputzt, der Boden gefliest, Trennwände eingebaut und die Toiletten eingehangen werden. Spätestens zum Garten- und Blumentag am 5. und 6. Mai müssen die Container weg sein, weil wir die Fläche, auf der sie momentan stehen, für Stände brauchen. Bei der Veranstaltung werden wir 88 Aussteller auf dem Gelände haben.

Welchen Komfort bietet denn das neugebaute Toilettenhaus?

Nitsche Es wird endlich auch über eine Behindertentoilette und einen ausklappbaren Wickeltisch verfügen. Das ist uns sehr wichtig, denn schließlich legen wir Wert darauf, dass der Garten familienfreundlich ist. Die Toilettenanlage wird gegen Vandalismus geschützt sein und im Hinblick auf einige Abendveranstaltungen eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder haben. Neben dem Gebäude wird es einige zusätzliche Fahrradständer geben. Außerdem bereitet die Stadt das Gebäude für den Einbau einer Solartankstelle für Pedelecs vor. Es wird dort abschließbare Fächer geben, in die die Radfahrer ihre Akkus legen können. Die Ladestationen können wir allerdings erst im kommenden Jahr realisieren.

Wie wird das alles finanziert?

Nitsche Die Stadt baut die Toilettenanlage mit Eigenmitteln. Wir hätten uns daran beteiligt, das war aber rechtlich nicht möglich. Alle Maßnahmen sind letztlich in Abstimmung mit der Stiftung erfolgt. Wichtig ist aber im Hinblick auf die Kosten zu betonen, dass die Stiftung Botanischer Garten die Stadt als Eigentümerin durch ehrenamtliche Arbeit um etwa 80 - 90 000 Euro jährlich entlastet. Zieht man Restaurierungen hinzu, erhöht sich dieser Betrag auf bis zu 120.000 Euro.

Apropos - was liegt denn in dieser Hinsicht an?

Nitsche Wir haben zuletzt den Irisgarten und davor den Heidegarten komplett restauriert. In diesem Jahr ist das Alpinum dran. Außerdem sanieren wir das Tropenhaus, das 2019 mit neuen Scheiben eingedeckt werden soll, die sich automatisch öffnen lassen. Nach und nach statten wir die Beete mit Info-Schildern aus. Außerplanmäßige Arbeiten gab es zuletzt unter anderem auch an einem Aquarium. Da galt es eine gerissene Scheibe zu ersetzen und die Elektrik auf den aktuellen Stand zu bringen. Das hat allerdings ein Fachbetrieb übernommen.

Am Ostersonntag steht das traditionelle - und oft rasch ausgebuchte - Ostereiersuchen auf dem Programm. Gibt es noch freie Plätze?

Nitsche Alle 130 Plätze sind bereits belegt. Allerdings gibt es wie immer eine Nachrückerliste. Und natürlich ist jeder zur Saisoneröffnung eingeladen. Wir bieten Kindermalen an und der Osterhase wandelt durch den Garten. Wir wollen mit unseren Veranstaltungen generell dafür sorgen, dass der Garten Gäste auch von außerhalb Solingens anzieht und hoffen, dass die von uns unverschuldeten Probleme nicht zu viel Schaden angerichtet haben.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)