NRW-Landesregierung zieht Bilanz Bombendrohungen an 22 Schulen

Solingen · Die Alexander-Coppel-Gesamtschule in Solingen ist nicht die einzige in NRW, an der es im vergangenen Jahr Bombendrohungen gegeben hat. Das zeigt jetzt eine Bilanz der Landesregierung.

 Das SEK durchsuchte im November 2023 die Alexander-Coppel-Gesamtschule in Solingen nach einem Hinweis auf einen möglicherweise bewaffneten Unbekannten im Umfeld der Schule.

Das SEK durchsuchte im November 2023 die Alexander-Coppel-Gesamtschule in Solingen nach einem Hinweis auf einen möglicherweise bewaffneten Unbekannten im Umfeld der Schule.

Foto: Gianni Gattus

Im vergangenen Jahr sind 22 Bombendrohungen gegen Schulen in Nordrhein-Westfalen ausgesprochen worden. Das geht aus einem Bericht von Schulministerin Dorothee Feller (CDU) an den Fachausschuss des Landtags hervor. Die Ereignisse seien allerdings in den Meldungen des Landeslagezentrums im Düsseldorfer Innenministerium direkt als „nicht ernsthaft“ eingestuft worden.

Von den Meldungen waren demnach Schulen in Düsseldorf, Dorsten, Eschweiler, Essen, Geilenkirchen, Gelsenkirchen, Köln, Lemgo, Leverkusen, Marl, Mönchengladbach, Oberhausen, und Wuppertal betroffen. Teilweise seien gleichlautende Drohungen an mehrere Schulen oder Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen und zum Teil auch an Schulen in anderen Bundesländern versandt worden.

Auch in Solingen gab es im vergangenen Jahr Bombendrohungen an Schulen oder Warnungen, aufgrund derer die Einrichtungen geräumt werden mussten.

19. Oktober Eine Bombendrohung erging an die Alexander-Coppel-Gesamtschule schon am Wochenende per E-Mail, daher blieb sie am Montag geschlossen. Durchsuchungen ergaben keine Hinweise. Auch andere Schulen erhielten Droh-Mails.

3. November Passanten meldeten der Polizei den Verdacht auf eine bewaffnete Person in Nähe der Coppelschule: Diesmal durchsuchte ein SEK die Einrichtung, Schüler und Lehrer verschanzten sich in den Klassenräumen. Erst, als die Polizei Entwarnung gab, wurde die Schule geräumt: Ein Großeinsatz, der später kritisiert wurde – eine Nummer zu groß? Doch nach dem Polizeipräsidium Wuppertal erteilt auch das NRW-Landesministerium diesen Kritikern eine klare Absage: In zwei Fällen offener Drohungen habe es eine polizeiliche Gefährderansprache gegeben. In den übrigen 20 Fällen lägen dem Schulministerium keine polizeilichen Ermittlungsergebnisse oder Daten über die Täter vor, heißt es in Fellers Bericht. „Trotz der Einstufung einer Nicht-Ernsthaftigkeit der Drohungen bei allen Meldungen im Jahr 2023 wird auch zukünftig jede Drohung an die Polizeibehörden weitergeleitet“, versicherte Feller.

Bereits 2019 habe die Landesregierung in einem Runderlass festgelegt, dass Schulleitungen bei erheblichen Fällen von Bedrohung oder Nötigung den Strafverfolgungsbehörden eine Benachrichtigung zu geben hätten. „Darüber hinaus sind Schülerinnen und Schüler aufgefordert, jede Bedrohung, von der sie Kenntnis erhalten, ihrer Schule zu melden, um eine Gefährdung der Schulgemeinschaft abwenden zu können“, mahnte die Ministerin. Der konkrete Umgang mit Drohungen sei in einem „Notfallordner“ und einem „Handbuch Krisenintervention“ geregelt.

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