Solingen: Bombe in 18 Minuten entschärft

Solingen : Bombe in 18 Minuten entschärft

Experten machten gestern am Piepersberg einen "Blindgänger" unschädlich. 260 Menschen wurden evakuiert. Eine Firma nutzte dies zu einem Frühstück. Ärger machten nur Autofahrer, die an Polizeisperren vorbei wollten.

Die Stadt überließ nichts dem Zufall. Mehrere Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren ab halb 9 Uhr morgens in Gräfrath unterwegs, schellten an etlichen Haustüren an der Wuppertaler Straße sowie an der Straße Brandteich und forderten die Bewohner noch einmal eindringlich auf, sich in Sicherheit zu bringen.

260 Menschen mussten gestern Vormittag rund um das Gewerbegebiet Piepersberg für etwa zweieinhalb Stunden ihre Wohnungen sowie ihre Arbeitsplätze verlassen. Der Grund: Experten des Kampfmittelräumdienstes aus Düsseldorf entschärften eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Bauarbeiter hatten den "Blindgänger" tags zuvor bei Aushubarbeiten entdeckt. Die Entschärfung der 250-Kilo-Bombe ging dann aber ganz zügig. Nach genau 18 Minuten um Punkt 11.13 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden: Von der Bombe, Baujahr 1943, ging endgültig keine Gefahr mehr aus.

Detonator kontrolliert gesprengt

"Alles ist planmäßig gelaufen", sagte später Sprengmeister Jost Leisten. Er hatte zunächst mit zwei Mitarbeitern den Zünder sowie den so genannten Detonator aus der Bombe ausgebaut. Danach wurde der mit Sprengstoff gefüllte Detonator, der dafür da ist, die eigentliche Sprengladung auszulösen, mit einer kontrollierten Explosion unschädlich gemacht, bevor der "Blindgänger" schließlich abtransportiert werden konnte.

  • Fotos : 2012: Bombenentschärfung im Gewerbegebiet Piepersberg
  • Fotos : Bombenentschärfung in der Friedrichstraße
  • Fotos : Bombenentschärfung 2010 in der Solinger Innenstadt

Zu dieser Zeit wurde auch die Teilsperrung der Wuppertaler Straße zwischen Roggenkamp und Stadtgrenze Wuppertal wieder aufgehoben. Polizisten hatten mit Streifenwagen Absperrungen errichtet. Dennoch versuchten immer wieder Autofahrer, an den Sperren vorbeizukommen. Auf der Wuppertaler Straße stockte stadtauswärts zeitweise der Verkehr.

Dabei hatte die Stadt für die Entschärfung der Bombe eigens eine Uhrzeit gewählt, zu der möglichst wenige Menschen betroffen sind. "So waren etwa viele Anwohner bereits bei der Arbeit", sagte Ordnungsamtschef Stephan Trunk.

Im Rathaus hat man bereits Routine bei Bombenfunden. Immer wieder werden "Blindgänger" entdeckt. Zuletzt mussten im Juni Teile der City evakuiert werden, nachdem Bauarbeiter an der Friedrichstraße auf eine Fliegerbombe gestoßen waren. Seinerzeit hatten 600 Bewohner in Sicherheit gebracht werden müssen. Die Stadt verzichtete auf eine Sammelstelle. Mitarbeiter einer evakuierten Firma nutzten die Entschärfung zu einem Frühstück in sicherer Entfernung. Christian Gorski wiederum war die ganze Zeit am Handy. Der Anwohner von der Wuppertaler Straße schilderte seiner Frau die Entschärfung live am Telefon — bis auch er um 11.13 Uhr Entwarnung geben konnte.

(RP)