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Biologe schlägt Alarm – Nümmener Bach in Solingen verliert Wasser

Umwelt & Natur in Solingen : Wassermangel im unteren Lauf des Nümmener Bachs

Dr. Jan Boomers von der Biologischen Station Mittlere Wupper sprach vor den Mitgliedern der Bezirksvertretung Gräfrath zum Zustand des Wasserlaufs.

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich die bebaute Fläche in Gräfrath deutlich vergrößert. So sind Wohnquartiere und vor allem das Gewerbegebiet Dycker Feld immer näher an den Nümmener Bach herangerückt – was inzwischen unübersehbare Folgen mit sich bringt.

Denn wie der Leiter der Biologischen Station Mittlere Wupper, Dr. Jan Bommers, den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Gräfrath nun verdeutlicht hat, führt der Nümmener Bach speziell im unteren Teil seines Laufs nur noch selten Wasser. „Einer der beiden kleinen Teiche im Bereich des Bachs ist zurzeit ganz trocken gefallen“, sagte Boomers am Dienstagabend bei der BV-Sitzung im alten Rathaus Gräfrath und heutigen Kunstmuseum. Wobei der Biologe weiter erläuterte, dass der Nümmener Bach selbst an einigen Stellen ebenfalls kein Wasser mehr führe.

Dies so Boomers, sei vor allem auf eine starke Versiegelung der Böden im Einzugsgebiet des Bachs zurückzuführen. Zwar hätten auch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre zu dem Wasserverlust geführt. „Doch neben dem Klimawandel sorgt eben auch die Versiegelung dafür“, sagte Dr. Boomers. Diese führe nämlich dazu, dass weniger Regenwasser dem Bach zugeführt werde.

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Der Wassermagel hat negative Folgen für die Tierwelt, hier insbesondere für Amphibien, deren Bestände zurückgegangen sind. Um dem Nümmener Bach wieder mehr Wasser zuzuführen, könnte Oberflächenwasser aus den versiegelten Gebieten zugeleitet werden. Zudem rät Boomers, die Begradigung des Bachs zurück zu bauen.