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Solingen: Bio-Tonne kommt wohl nur freiwillig

Solingen : Bio-Tonne kommt wohl nur freiwillig

Martin Wegner, Chef der Technischen Betriebe, empfiehlt keinen Anschluss-Zwang für die zusätzliche Sammlung.

Solingen muss reagieren und ab 2015 anbieten, was andere Städte bereits haben: die Bio-Tonne. Derzeit läuft es aber darauf hinaus, dass die Sammlung biologischer Abfälle, etwa aus der Küche, nur freiwillig erfolgen soll. Die Solinger sollen also nicht verpflichtet werden, sich ein weiteres Sammelgefäß vors Haus zu stellen. Für diesen Weg sprechen sich jedenfalls die Technischen Betriebe aus. "Wir empfehlen die Bio-Tonne auf freiwilliger Basis", sagte TBS-Leiter Martin Wegner gestern unserer Zeitung.

Auch die CDU will, dass der Bürger selbst entscheiden kann. "Die gesetzlich vorgeschriebene Bio-Tonne darf nur auf freiwilliger Grundlage eingeführt werden", betonte Jürgen Scheller, Vorsitzender des zentralen Betriebsausschusses, in einer Erklärung. Der CDU-Mann ist überzeugt: "Ein sogenannter Anschluss- und Benutzungszwang an der Biotonne würde deren Akzeptanz verringern."

Problem wäre nach seinen Worten auch, dass ein Teilnahmezwang auf die Struktur der Stadt mit Hochhaussiedlungen, Innenstadt- und naturnahen Randbereichen keine ausreichende Rücksicht nehmen würde. "Die Bürger sollen selbst entscheiden, ob sie mitmachen möchten oder nicht." Scheller forderte zudem, den "Bürger durch die Einführung der Bio-Tonne per saldo keinesfalls mit einer Erhöhung der Entsorgungsgebühren" zu belasten. "Daher sollen alle Spielräume genutzt werden, um die Kosten der Einführung der Biotonne betriebsintern zu kompensieren." In der nächsten Sitzung des zuständigen zentralen Betriebsausschusses am 1. April diskutiert die Politik über das Thema. Betriebsleiter Martin Wegner kündigte an, beide Modelle, das der Freiwilligkeit und jenes eines Anschluss-Zwangs, vorzustellen.

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Auslöser ist eine Gesetzesänderung. Eine Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes schreibt vor, Bioabfälle spätestens ab dem 1. Januar nächsten Jahres getrennt zu sammeln. Nach heutigem Stand könne dies auf freiwilliger Basis passieren, erklärte TBS-Chef Wegner. Demnach könnten Küchenabfälle weiterhin in die graue Restmülltonne gegeben werden, oder im Garten kompostiert werden.

Laub, Blumenabfälle sowie Rasen- und Strauchschnitt werden ja ohnehin längst per Grünschnittcontainer mit festen Haltestellen im Stadtgebiet gesammelt und zur Kompostierungsanlage ins Bärenloch gebracht. Martin Wegner spricht von einem Erfolgsmodell. "Die Grünschnitt-Sammlung wird sehr gut genutzt". Rund 1200 Tonnen Grünschnitt liefern die Solinger jährlich an.

Übrigens: Im erweiterten Modellbezirk Böckerhof, Weegerhof, Widdert, Höhscheid und Katternberg wurden vor Jahren schon einmal Biotonnen eingesammelt. Doch 2001 war der Versuch beendet worden. Da sich lediglich 24 Prozent der Haushalte beteiligten, blieb diese Art des Sammelns von Küchenabfällen beziehungsweise Grünschnitt hinter den Erwartungen zurück.

(RP)