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Solingen: Bilder sind schon vor dem Patienten im OP

Solingen : Bilder sind schon vor dem Patienten im OP

Ein Unfallopfer wird eingeliefert, Röntgenbilder, Computer- oder Kernspintomografien geben Auskunft über die Schwere der Verletzungen, zeigen, welche medizinischen Maßnahmen ergriffen werden müssen. Alle Untersuchungsgeräte der Radiologie sind seit dem 1. April an ein neues Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem angeschlossen, für das im Klinikum rund eine Million Euro investiert wurden. Und dieses neue System ist so schnell, dass unter Umständen die Bilder des Patienten auf dem Bildschirm im OP abrufbar sind, noch bevor er selbst dort angekommen ist. 125 Megabytes pro Sekunde werden übertragen, das entspricht theoretisch einem Volumen von 62 500 Din-A-4-Seiten. Eine einzige Mammografieaufnahmen hat ein Datenvolumen, das 3000 Seiten entspricht.

700 Bildschirme angeschlossen

Die Vorzüge des neuen Systems nennt der Leitende Arzt Professor Dr. Thomas Standl eine "Revolution bei den bildgebenden Verfahren", und Radiologie-Chefarzt Professor Dr. René Lorenz schätzt außerdem die neuen Möglichkeiten der dreidimensionalen Bildbearbeitung. Die Patientenbilder können im gesamten Klinikum an allen zirka 700 Bildschirmarbeitsplätzen betrachtet werden. Die Patientendaten sind Passwortgeschützt, es kann jederzeit nachverfolgt werden, wer sich welche Bilder angesehen hat. Das neue System birgt auch die Möglichkeit, die Patientendaten auf eine CD zu übertragen, die dann dem niedergelassenen Arzt wichtige Informationen liefert. Neben der Schnelligkeit schätzen die Mediziner im Klinikum auch die Qualität der elektronisch übertragenen Aufnahmen, die nun endgültig die mehr als 100 Jahre genützten Röntgenaufnahmen ersetzen.

Als erste Klinik ist die Radiologie an das neue System angeschlossen, wo pro Jahr 40 000 Bilder von Knochen, 27 000 von der Lunge, 12 000 Computertomografie-Aufnahmen und 3500 Aufnahmen der Kernspintomografie anfallen.

(RP)