BfS gegen Auslagerungen im Klinikum Solingen

Klinikum Solingen : BfS sieht den Betriebsfrieden in Gefahr

Die Bürgergemeinschaft für Solingen sieht eine Auslagerung von Teilbereichen des Klinikums skeptisch. Sollten Arbeitnehmer in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt werden, leide die Qualität der Versorgung.

Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) befürchtet, dass die geplante Ausgliederung ganzer Abteilungen im Städtischen Klinikum nicht ohne Konsequenzen für die Beschäftigten und die Patienten bleiben wird. Nachdem die Krankenhaus-Leitung in dieser Woche erklärt hatte, die Wäscherei, die Küche und die technischen Abteilungen stünden im Zuge einer möglichen Neustrukturierung zur Disposition, ging BfS-Sprecher Jan-Claudius Salewski am Mittwoch seinerseits in die Offensive und veröffentliche eine Erklärung, in der er die Sinnhaftigkeit  solcher Schritte massiv anzweifelt.

Tatsächlich werde seitens de Verantwortlichen versucht, die wirtschaftlichen Probleme des Klinikums auf dem Rücken der Mitarbeiter zu lösen, sagte der Ratsherr, der dementsprechend den „Betriebsfrieden zwischen den Berufsgruppen im Klinikum gefährdet“ sieht. Es drohten „prekäre Beschäftigungsverhältnisse“. Und die medizinische Versorgung der Bürger könne ebenfalls Schaden nehmen, so Salewski.

Das Städtische Klinikum Solingen wird auch dieses Jahr wieder einen Verlust von bis zu zwei Millionen Euro einfahren und prüft unter anderem aus diesem Grund eine Kooperation mit dem Klinikum Leverkusen. Augenblicklich ist eine eigens beauftragte externe Prüfgesellschaft damit beschäftigt, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen, dass zu Beginn des neuen Jahres vorliegen soll.

Nach Aussagen aus der Solinger Politik sowie seitens der Klinikum-Geschäftsführung darf es bei der Sanierung des Hauses keinerlei Denkverbote geben. Neben den besagten nicht-medizinischen Abteilungen stehen dem Vernehmen nach auch die Pathologie, die Radiologie und das Zentrallabor auf der Kippe. Im schlimmsten Fall könnten an die 200 Arbeitsplätze gestrichen werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen allerdings vermieden werden und wurden bislang stets ausgeschlossen.

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