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Solingen: Bezirksvertretung steht hinter Lutherkirche

Solingen : Bezirksvertretung steht hinter Lutherkirche

Der Schauplatz setzte ein klares Zeichen: Der Frühjahrsempfang der Bezirksvertretung Mitte fand im Gemeindesaal der Lutherkirche statt. "Das ist die architektonisch schönste Kirche in Solingen", sagte Bezirksbürgermeister Richard Schmidt (SPD).

Damit bekräftigte er auch den Willen, die 110 Jahre alte Kirche an der Kölner Straße offen zu halten.

"Der Bauverein der Lutherkirche braucht Unterstützung", sagte Schmidt und verwies auf eine Spendendose am Ausgang des Saals. Den Beschluss, die evangelische Kirche aus Geldnöten zu schließen, hatten Gemeindemitglieder mit einer großen Geldsammelaktion beantwortet. Der Lutherkirchen-Bauverein um den Vorsitzenden Hansjörg Schweikhart hat von den benötigten 75 000 Euro an jährlichen Kosten bereits mehr als die Hälfte durch Dauerspender aufgebracht. Eine Rettung der Kirche scheint möglich. Gesucht sind nun noch weitere Spender, die bereit sind, dem Verein mit monatlich fünf bis 20 Euro beizustehen.

Als Gäste bei ihrem Empfang begrüßte die Bezirksvertretung unter anderem auch die Landtagsabgeordneten Iris Preuß-Buchholz (SPD) und Arne Moritz (CDU) sowie den Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Stadtentwicklung muss reagieren

Bevor sich die Teilnehmer bei einem Buffet mit kalten Getränken über die politische Situation des Stadtteils austauschen konnten, widmeten sie sich dem Vortrag von Hans-Werner Bertl zum Thema Genossenschaften. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Spar- und Bauvereins Solingen sprach über die Herausforderungen der Zukunft. Diese sind für Bertl besonders die veränderte Altersstruktur und die größere Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund. In Mitte stammen 31,8 Prozent aus Zuwandererfamilien. Eine Befragung habe ergeben, dass die deutliche Mehrheit der Migranten ein großes Interesse daran habe, in Siedlungen zu leben, die einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung repräsentieren, erläuterte Bertl.

Somit wandte er sich entschieden gegen das Klischee, wonach Angehörige einer Bevölkerungsgruppe gerne unter sich blieben. Zudem steige der Bedarf an Wohnungen für ältere Menschen mit ebenerdigen Eingängen. Bertls Appell: Stadtentwicklung müsse diesen Anforderungen Rechnung tragen.

(RP/jco)