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Besteckwettbewerb im Deutschen Klingenmuseum

Deutsches Klingenmuseum : Gesucht: Das perfekte Burger-Besteck

Zum zweiten Mal vergibt das Museum im Jahr 2019 den Pott-Design-Award. Stifter ist der Unternehmer Hannspeter Pott.

Wer getrieben vom Heißhunger im Restaurant oder in einem Schnellimbiss einen besonders dick belegten Burger bestellt, kennt dieses Problem: Der Mund ist eigentlich zu klein, um richtig abzubeißen, die Finger werden schnell klebrig, und beim Essen mit Messer und Gabel hat man nie alle Komponenten beisammen. Das soll sich nach dem Willen der Jury für den „Pott-Design-Award 2019“ bald ändern: Denn die zum zweiten Mal verliehene Auszeichnung geht diesmal an die Schöpfer von Utensilien, die den Verzehr der deftigen Brötchen erleichtern. „Der Burger ist schließlich längst in der gehobenen Gastronomie angekommen“, kommentiert Kulturmanager und Jurymitglied Jochen Heufelder das Thema der Preisverleihung.

Sein langjähriger Bekannter Hannspeter Pott stiftet den Preis. Er wolle damit „die Tischkultur und das Deutsche Klingenmuseum in den Vordergrund rücken“, erklärt der Unternehmer. Denn mit der Gräfrather Einrichtung fühlt sich Pott seit langem verbunden. Schließlich leitete er einst die von seinem Großvater gegründete Firma C. Hugo Pott, die rostfreie Bestecke und Tischgeräte herstellte. Und nach dem Verkauf des Unternehmens stellte Hannspeter Pott das Firmenarchiv dem Museum am Klosterhof zur Verfügung.

Das DKM verleiht im kommenden Juni den Design-Preis – in zwei Kategorien: Der Senior-Award beschränkt sich auf eingeladene Teilnehmer – Designer, Silberschmiede und Metallgestalter, die in den letzten Jahren „Objekte der Tafelkultur von herausragender Qualität geschaffen haben“, wie es in der Ausschreibung heißt. Ein offener Wettbewerb ist hingegen der Junior-Award, der sich an Studenten an Design-Fach- und Hochschulen sowie Berufseinsteiger richtet.

Bis zum 4. März 2019 sollen die Bewerber zunächst einmal ihre Entwürfe nebst Abbildungen und Erläuterungen zusammen mit Kurzbiographie und Anmeldeformular an das Klingenmuseum schicken. Nachdem sich eine Vorjury – zu ihr gehören Museumsdirektorin Dr. Isabell Immel, ihre Vorgängerin Dr. Barbara Grotkamp-Schepers, Jochen Heufelder, Kunst- und Design-Kuratorin Dr. Gabrielle Lueg und als Beobachter Hannspeter Pott – einen Überblick verschafft hat, sollen die Vertreter der engeren Auswahl ihre dreidimensionalen Modelle einreichen. Sie werden nicht nur um den hoch dotierten Preis konkurrieren, sondern auch Teil einer Ausstellung werden: Die eröffnet das Klingenmuseum am Tag der Preisverleihung im Juni 2019.

Zu sehen sein werden die besten Arbeiten in Gräfrath bis September 2019. Geplant dazu ist auch eine Broschüre. Ob eines der ausgestellten Objekte dann aber tatsächlich eines Tages den Umgang mit den belegten Brötchen reformieren wird, ist freilich noch offen.