Beschwerden über Drogenszene am Solinger Bahnhof

Bahn soll leeres Gebäude absichern : Klagen über Drogenszene am Bahnhof

Bürger haben sich zuletzt immer häufiger über weggeworfene Spritzen am Ostausgang des Hauptbahnhofs beschwert. Die CDU spricht das Thema in der nächsten BV-Sitzung an. Die Bahn soll ein leerstehendes Gebäude absichern.

Es gibt wohl keine andere Gegend in der Klingenstadt, die ihr Aussehen in den kommenden Jahren so verändern wird wie das Viertel direkt hinter dem Solinger Hauptbahnhof. Schon vor geraumer Zeit baute der IT-Dienstleister Codecentric in Ohligs-Ost seine neue Firmenzentrale. In wenigen Wochen wird – nur einige Meter entfernt – das Galilieum seine Türen öffnen. Und spätestens Anfang nächsten Jahres sollen die Arbeiten für ein modernes Mittelklasse-Hotel am rückwärtigen Ausgang des Bahnhofs beginnen.

Doch noch ist von dem Hotel nichts zu sehen. Im Gegenteil: Dort, wo später Gäste übernachten, steht augenblicklich noch ein altes Bahngebäude, das den Verantwortlichen zunehmend Sorgen bereitet. Denn in dem verlassenen Bau sowie auf dem angrenzenden Areal hat sich zuletzt eine Drogenszene etabliert, die Politik und Verwaltung so schnell wie möglich in den Griff bekommen wollen.

Aus diesem Grund hat die Stadt mit der Deutschen Bahn AG als Besitzerin des Gebäudes vereinbart, dass das Haus so schnell wie möglich vor unbefugtem Betreten abgesichert wird. „Die Bahn hat zugesagt, dafür zu sorgen, dass niemand mehr in das Gebäude gelangt“, sagte eine Rathaus-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage.

Eine Nachricht, die die CDU in Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid mit Erleichterung aufnimmt. In den zurückliegenden Wochen hatten sich bei der Partei sowie bei CDU-Bezirksbürgermeister Marc Westkämper nämlich die Beschwerden gehäuft. So waren Bürger unter anderem mit Klagen über herumliegende Spritzen beziehungsweise achtlos weggeworfenen Müll an die Christdemokraten herangetreten, die das Thema daraufhin kurzerhand auf die Tagesordnung für die nächsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) am Montag der kommenden Woche (17 Uhr; Verwaltungsgebäude Bonner Straße 100) setzen ließen.

„Dass das Problem angegangen wird, ist sehr erfreulich“, sagte die Fraktionssprecherin der CDU in der BV, Gerlinde Steingrüber, jetzt in einer ersten Reaktion. Der Union, so Steingrüber, gehe es nicht darum, die Personen, die sich rund um den Bahnhof aufhielten, zu vertreiben. Wohl aber müsse darauf geachtet werden, dass sich die Bürger auch weiterhin am Hauptbahnhof sicher fühlten.

Beim städtischen Ordnungsamt und bei der Polizei sind die Schwierigkeiten rund um die Szene bekannt. Zwar handele es sich beim Hintereingang des Bahnhofs nicht um einen sogenannten Schwerpunkt der Drogenkriminalität. Allerdings gebe es regelmäßig Einsätze, hieß es dementsprechend vonseiten der Polizei, die die Gegend, wie die Stadt, im Auge hält – zumal seit der Eröffnung des Spielplatzes an der Hochstraße immer häufiger Kinder in der Nähe sind.

Große Hoffnungen ruhen allgemein auf dem Bau des neuen Hotels, das nach augenblicklichen Plänen 2021 eröffnen soll. Der 20-Millionen-Bau wird auf zwei Grundstücken entstehen, zu denen das Areal mit dem alten Bahn-Gebäude zählt. Die Kaufverträge sind mittlerweile unterschrieben. Nur eine Übertragung des Bahn-Geländes von der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft, einer Tochter der Bahn und des Landes NRW, an den Investor, die Hotel Solingen GmbH, steht laut Stadt noch aus.

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