Berufungsgericht verhandelt Trinkgelage mit Folgen

Berufungsverhandlung : Gericht verhandelt Trinkgelage mit Folgen

Geldstrafen und Führerscheinentzug hatte zwei Solinger am Amtsgericht Solingen ereilt, weil sie auf ihrer zügigen Fahrt von Solingen nach Remscheid und wieder zurück angeblich vom Alkohol beduselt und mit Extasy-Pillen berauscht waren.

Am Ende war nicht nur der eigene BMW geschrottet, sondern auch noch ein Laternenmast. Hinzu kam ein am Straßenrand abgestelltes Auto. Das Duo allerdings fühlte sich zu Unrecht verurteilt und legte nun Berufung ein.

Sie hätten an diesem Tag im Sommer 2017 in der Parkanlage am Bismarckplatz mit Freunden gefeiert. Es gebe etliche Partygäste, die das bezeugen könnten. „Ich lag auf der Parkbank und war total betrunken“, gab einer der 29-jährige Angeklagten an. Sein Kumpel (24) blies ins gleiche Horn, auch er könne sich an eine Autofahrt nicht erinnern. Ins Rollen gekommen war die Geschichte durch eine Zeugin, die mit im Auto gesessen haben will. Die junge Frau ist die ehemalige Schwägerin eines der Männer, zu diesem Zeitpunkt soll sie mit ihm ein „Techtelmechtel“ gehabt haben. Allerdings unterstellen die beiden Angeklagten der Zeugin nun, sie aus einem Rachegefühl heraus zu belasten.

Die 28-Jährige schilderte die Geschehnisse, die sie mit Beckenprellungen ins Krankenhaus gebracht hatten, sehr detailliert. An den Zwischenstopp an einer Tankstelle und den Kauf mehrerer Fläschchen „Jägermeister“ könne sie sich noch erinnern. Wie auch daran, dass sie während der nächtlichen Raserei plötzlich Panik bekommen habe. Als der Fahrer mit der Felge an den Bordstein geknallt sei, habe das den Besitzer des Autos derart aufgeregt, dass er sich mit später festgestellten 1,39 Promille selbst ans Steuer gesetzt haben soll.

Sie selbst sei auf dem Rücksitz des Autos eingeschlafen und mit Schmerzen wieder aufgewacht. Vor der Polizei habe sie sich versteckt, wurde später aber von den Beamten zu Hause gefunden, weil sie ihre Tasche im Auto vergessen hatte. Im Halbdämmer will sie zuvor auf dem Rücksitz des Autos noch jemanden rufen gehört haben, dass man jetzt schnell abhauen müsse. Irgendwer habe sie aus dem Auto gezogen – verletzt will sie sich zur Wohnung einer ehemaligen Freundin geschleppt haben, deren Eltern sie allerdings abgewiesen hätten. Die Angeklagten blieben hingegen bei ihrer Version und wollen nun zusätzliche Entlastungszeugen vorladen lassen.