Bergisches Land: Zahlungsmoral im Mittelstand weiter gut

Crefo-Factoring Rhein-Wupper : Zahlungsmoral im Mittelstand weiter gut

Crefo-Factoring Rhein-Wupper befragte 290 Unternehmen aus der Region Solingen, Remscheid und Leverkusen zum Zahlungsverhalten. Als Durchschnittsnote wurde eine 2,4 ermittelt. Vor Jahresfrist lag die Note noch bei glatt zwei.

Die Zahlungsmoral im Mittelstand ist mit der Schulnote 2,4 eigentlich noch recht gut. Gleichwohl hat sie sich gegenüber dem Vorjahr (2,0) verschlechtert. „Die Stimmung im Mittelstand ist gegenüber dem Vorjahr etwas schlechter geworden. Aber das ist aktuell noch Jammern auf hohem Niveau“, sagt Andreas Koch, Geschäftsführer von Crefo Factoring Rhein-Wupper.

Das Unternehmen von der Kuller Straße hat jetzt 290 mittelständische Unternehmen aus Solingen, Remscheid und Leverkusen zum Zahlungsverhalten und der Finanzierung im Mittelstand befragt. „Auch wenn die Zukunftsaussichten etwas skeptischer geworden sind, bewerten doch immer noch mehr als 90 Prozent der Befragten die Zahlungsmoral ihrer Kunden mit befriedigend oder besser“, sagt Andreas Koch. Im Vorjahr seien es 99 Prozent gewesen.

Allerdings freuen sich aktuell fast 86 Prozent der Unternehmen darüber, dass ihre Rechnungen innerhalb von 30 Tagen bezahlt werden. Im Herbst 2018 konnte hier ein Wert von lediglich 81 Prozent ermittelt werden. Nach 60 Tagen haben 95 Prozent der Mittelständler ihr Geld – 5,4 Prozent warten darauf aber länger als zwei Monate. „Die öffentliche Auftraggeber zahlen etwas schleppender als private und gewerbliche Kunden“, sagt der Geschäftsführer von Crefo-Factoring.

Insolvenzen und dadurch bedingte Forderungsausfälle treffen den Mittelstand unterschiedlich. Sechs von zehn Unternehmen können sich weiter über geringe Forderungsverluste freuen (bis 0,1 Prozent). Allerdings hat der Wert von Forderungsverlusten bis zu einem Prozent deutlich zugenommen, und zwar von 17,5 auf knapp 34 Prozent. Auch bei den Verlusten über ein Prozent des Umsatzes nahm die Quote zu – von vier auf sieben Prozent.

Wer allerdings Kunde bei Crefo Factoring Rhein-Wupper ist, der hat mit Forderungsverlusten nichts am Hut. Das Unternehmen (1999 gegründet) zählt mit zu den Factoring-Anbietern der Creditreform-Gruppe im Bundesgebiet. „Wir übernehmen das komplette Ausfallrisiko und stellen unseren Kunden die Rechnungsbeträge sofort zur Verfügung“, sagt Andeas Koch zum Geschäftsmodell. Damit ist der Factoring-Kunde unabhängig vom Zahlungsverhalten seiner Kunden und zugleich nicht darauf angewiesen, mit Krediten Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Das Forderungsmanagement, also Debitorenbuchthaltung, laufende Bonitätsprüfung sowie Mahn- und Inkassowesen erledigen die zehn Mitarbeiter von Crefo-Factoring für ihre Kunden gleich mit – gegen eine entsprechende Gebühr von rund zwei Prozent des Rechnungsbetrages. „Die liegt somit im Skontobereich“, sagt der Crefo-Geschäftsführer.

Aktuell betreut das Unternehmen 103 Kunden, rund ein Drittel davon sind mittelständische Firmen mit zehn bis 500 Mitarbeitern. „Wir planen, dass wir bis Ende dieses Jahres ein Auftragsvolumen von rund 138 Millionen Euro abgewickelt haben werden. Das wären dann 5,6 Prozent mehr als 2018“, sagt Andreas Koch. Sieben Kundenabgänge durch Insolvenzen mussten im Laufe des Jahres verkraftet werden. „Das konnten wir kompensieren. Wir gehen davon aus, dass wir am Jahresende 105 Kunden betreuen werden“, erklärt der Crefo-Geschäftsführer.

Crefo-Factoring musste aber auch 13,5 Prozent der Rechnungen – bis Ende Oktober wurden 67.000 Rechnungen bearbeitet – im Auftrag der Kunden annahmen. Erfolgte auch dann kein Zahlungseingang, wurden diese Fälle an Creditreform Inkasso übergeben. Rechnungen mit einem Wert von 137.000 Euro wurden dort eingereicht. Koch: „Wir haben 2019 unsere Kunden von Forderungsausfällen in Höhe von 33.500 Euro bewahrt.“