Bergischer HC: Widerstand gegen BHC-Trainingshalle

Solingen : Widerstand gegen BHC-Trainingshalle

Der sportliche Wert wird von den Gegnern zwar nicht bestritten. Der Standort aber schon. 100 Unterschriften wurden gegen das Projekt gesammelt.

Im Januar hatte der Unternehmer und Eigentümer der Firma Forst Technologie, Michael Kölker, angekündigt, eine private Sporthalle bauen zu wollen. Im Umfeld der Kanalstraße, die Halle soll dort auf einem Eckgrundstück mit der Zweigstraße entstehen, regt sich jetzt Widerstand. Gestern berichtet das Fotostudio Klein, wo Unterschriftenlisten gegen die Halle ausliegen, dass bereits über 100-mal unterschreieben wurde.

Warum kommt die Sporthalle? Michael Kölker ist Sponsor verschiedener Sportvereine und will mit seinem Engagement vor allem auf die Situation an bestehenden Hallen und deren Nutzungsmöglichkeit reagieren. Auf der einen Seite will er so fehlende Hallenkapazitäten für Vereinstraining seiner von ihm unterstützen Vereine in städtischen Einrichtungen auffangen. Auf der anderen Seite sollen sich die Profis des BHC dort auf die Spiele in der Handball-Bundesliga vorbereiten können.

Wogegen wenden sich die Anwohner der umliegenden Wohngebiete? Im Kern geht es ihnen darum, dass die Kanalstraße viel zu eng sei, um noch mehr Verkehr aufzunehmen. Schon durch die bestehende Gesamtschule fänden Anwohner keinen Parkplatz mehr, weil Lehrkräfte diese nutzen. Außerdem befürchten sie zusätzlichen Lärm und mehr Autoverkehr in den Abendstunden. Die Wortführer des Protestes betonen aber, das sportliche Fortkommen des BHC nicht infrage zu stellen. Nur der Standort für die Halle sei falsch gewählt.

Teilen alle Anlieger den Protest? Bislang haben wohl rund 100 Bewohner der Kanalstraße und aus dem Gebiet Weegerhof die Unterschriftenliste unterzeichnet. Walter Hein, Anwohner im Weegerhof, aber auch langjährig beim Sportring Höhscheid für die Organisation des Spielbetriebs der Handballer zuständig, weiß um die Bedenken. Aber er sagt auch, das sei nach seinem Empfinden nicht die Mehrheit.

Was sagt der Bauherr? Michael Kölker verweist auf die 15 geplanten Parkplätze an der Halle. Für die Nutzung als Leistungszentrum reiche das aus. Dazu muss man wissen, dass ein Teil der Handballprofis bereits in den zum Komplex gehörenden Wohnhäusern lebt. Das Angebot will Kölker im Rahmen der bis zum Sommer 2019 laufenden Bauarbeiten - die Baugenehmigung vorausgesetzt - ausbauen. Der Unternehmer sagte aber bereits bei der Vorstellung des Projekts, dass er sich bewusst für die Kanalstraße als Standort entschieden habe, weil dort die Anbindung an die Buslinien besser sei als "auf der grünen Wiese". In der Halle sollen auch Jugendteams trainieren, und die Jugendlichen seien auf gute Busanbindungen angewiesen. Eine Sprecherin von Kölkers Firma verweist auch darauf, dass es ja keine Event-Arena werde, sondern lediglich eine ganz normale Turnhalle gebaut werde. Man vertraue auf die Stadt, dass die Fachleute bei der Prüfung des Bauantrags "den Sachverhalt richtig einschätzen".

Hat der Protest der Bürger rechtliche Auswirkungen auf den Bau? Eher nicht. Für das Gebiet gibt es bereits einen gültigen Bebauungsplan. Michael Kölker hat die Baugenehmigung für das über sechs Millionen Euro teure Vorhaben "Sporthalle Forst" bei der Stadt eingereicht. Lediglich die direkten Nachbarn können klagen. Gegen den Neubau eines Internats hatten sich etwa die Anlieger der Süßwarenfachschule in Gräfrath gewandt.

(RP)
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