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Bergischer HC: Löwen trainieren ohne Körperkontakt

Sport in Solingen : Löwen trainieren ohne Körperkontakt

Seit dem 11. März ruhte der Trainingsbetrieb beim Bergischen HC völlig. Mit der Aussetzung und dem späteren Abbruch der Handball-Bundesliga sowie den geltenden Kontaktbeschränkungen kam die Situation bei den Löwen einem Berufsverbot für die Profis gleich.

Inzwischen ist allerdings etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Das Team darf nämlich wieder für Einheiten in die Halle und nutzt diese Chance im Juni viermal, bevor am 7. Juli schließlich offizieller Trainingsstart ist.

„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal aufgeregt zum Training gefahren bin,“ resümiert Sebastian Hinze über die erste Einheit. Der Übungsleiter des Bergischen HC hatte sich ein Programm überlegt, bei dem seine Spieler nicht in den Körperkontakt gehen müssen – obwohl sie es als Berufssportler dürften. „Das Konzept werden wir für den Juni auch so durchhalten, weil es in dieser Phase des Aufbaus auch gar keinen Sinn ergibt, Zweikämpfe zu führen.“ Im Fokus des Trainings steht die Durchführung von handballspezifischen Bewegungen. „Und ich kann mir einen guten Eindruck verschaffen, in welchem Zustand sich die Jungs befinden.“

Die Handballer haben sich in den vergangenen Wochen natürlich individuell in Form gehalten, ohne dabei aber einen Ball nutzen zu können. „Es war schön, endlich wieder zu werfen und das Harz an den Händen zu spüren“, sagt Rechtsaußen Arnor Gunnarsson: „Leider war beim ersten Mal noch kein Torwart dabei, aber das wird sich wohl schon beim nächsten Mal ändern.“

Für Gunnarsson lief die erste Einheit ordentlich. „Es war alles gut. Aber nach dem Training habe ich meine Schulter dann doch stark gespürt. Das ist aber völlig normal nach so einer langen Zeit ohne Training“, sagt der Isländer, der sich auch gefreut hat, seine Mitspieler endlich wiederzusehen.

Für die vier Aufbaueinheiten steht Sebastian Hinze zwar noch nicht der komplette Kader zur Verfügung, aber sein erster Eindruck war gut. „Es war schön, zu sehen, wie sehr sich alle auf die Einheit gefreut haben. Und das sah auch alles schon ganz gut aus.“

Wann die neue Saison losgehen kann, ist trotz des bereits gefassten Vorbereitungsplans des Bergischen HC noch offen. Die Handball-Bundesliga (HBL) wird wohl zeitnah darüber entscheiden. Während von vielen Vereinen und auch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann ein Start im September – im schlimmsten Fall zunächst auch ohne Zuschauer – anvisiert ist, spricht sich der THW Kiel für einen Beginn im Januar aus.