Bergische Volleys erneut ohne Durchschlagskraft

Volleyball : Volleys erneut ohne Durchschlagskraft

Beim 0:3 gegen Lüneburg haben fast alle Spieler des Volleyball-Bundesligisten Bergische Volleys eine schwache Angriffsquote.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das gilt momentan für die Bergischen Volleys. Nachdem sie am Mittwochabend ihr Bundesliga-Auswärtsspiel bei der SVG Lüneburg mit 0:3 (20:25, 22:25, 22:25) verloren haben, empfangen sie am Sonntag um 16 Uhr die United Volleys Rhein-Main in Wuppertal-Sonnborn.

"Die Aufgabe wird nicht gerade leichter", sagt Co-Trainer Oliver Gies über die Partie gegen den Tabellendritten, der in dieser Saison bereits zweimal - in Liga und Pokal - mit 3:0 gegen das Schlusslicht gewonnen hat. "Wir trainieren weiterhin gut und werden alles geben", verspricht der 32-Jährige, der aufgrund einer Fingerverletzung weiterhin pausieren muss.

Wie genau das Training aussehen wird, verriet Gies nicht. Er und Cheftrainer Johan Isacsson werden aber alle Hände voll zu tun haben. Denn gegen Lüneburg wechselten sich starke Aktionen der Gäste mit schwachen und sehr schwachen Phasen ab. "Es war ein Auf und Ab", sagt der Co-Trainer. Starke Aktionen gab es beispielsweise im zweiten Satz.

Vor 800 Zuschauern führten die Volleys mit 10:6. Über 11:11 und 18:18 ging der Satz dann doch an den Gastgeber. Weil das Schlusslicht in der entscheidenden Phase erneut zu viele eigene Fehler produzierte - 13 waren es allein in diesem Abschnitt. Im Vergleich dazu der dritte Satz: Hier waren es nur drei eigene Fehler, eigentlich ein Top-Wert. Allerdings war Lüneburg im letzten Durchgang schnell auf 13:5 davon gezogen und führte auch noch gegen Ende haushoch (20:13).

Mit guten Aktionen, darunter ein Ass von Sam Boehm, ein Blockpunkt von Mart van Werkhoven und erfolgreiches, schnelles Spiel durch die Mitte über Rutger Zoodsma, starteten die Volleys eine Aufholjagd. Der Ex-Volleys-Coach und jetzige SVG-Trainer Stefan Hübner sah sich beim 23:20 für sein Team zu einer Auszeit gezwungen. Anschließend hieß es 25:22. Auch wenn es aus Sicht des bergischen Erstligisten gute Phasen gab - die weniger guten überwogen und müssen, will man den Klassenerhalt auf sportlichem Weg schaffen, minimiert werden.

Der Aufschlag (zwölf Fehler, zwei Asse) war dabei noch nicht mal das Problem, entscheidender war die Leistung in Abwehr und Angriff. Kapitän Gerrard Lipscombe hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt: Der Außenangreifer wackelte in der Annahme gewaltig, im Angriff gelang ihm nur ein einziger Punkt. Aus diesem Grund wurde er bereits Mitte des ersten Satzes für Iurgen Hummes Specht ausgewechselt.

In den beiden folgenden Durchgängen wurde erneut getauscht. Specht machte seine Sache zwar besser als Lipscombe, aber auch nicht top. Während er, Ossi Rumpunen und Zoodsma eine Angriffsquote von etwa 50 Prozent vorweisen konnten, lag Diagonalangreifer Boehm bei unter 40 Prozent. Nur van Werkhoven schönte diese Statistik ein wenig: Der Mittelblocker versenkte sechs von acht Bällen.

Neben einer wackeligen Annahme und der schwachen Angriffsquote kam ein weiteres Problem hinzu: die Blockarbeit. Gegen Berlin war dieses Element der Schlüssel zum Gewinn des ersten Satzes, am Mittwoch gelang erst Ende des zweiten Satzes der erste Blockpunkt - Zoodsma zum 20:21. Am Ende waren es auf diese Weise drei Pünktchen.

Einen erneut ordentlichen Job machte Zuspieler Johannes Tille. Der 20-Jährige wurde im elften Ligaspiel bereits zum fünften Mal als wertvollster Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet. Allerdings bislang immer nur mit der Silbermedaille für das Verlierer-Team.

(RP)
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