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Solingen: Bergische Kooperation "geht den Bach runter"

Solingen : Bergische Kooperation "geht den Bach runter"

Das geplante Designer Outlet Center (DOC) in Remscheid in Zusammenarbeit mit der Unternehmensgruppe McArthurGlen im Bereich des Gewerbegebietes "Blume" nahe der Autobahn A 1 stößt in Solingen weiter auf Kritik. "Das hat negative Auswirkungen auf den Solinger Einzelhandel und damit auch für das neue Einkaufszentrum in der City", erklärte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter jüngst im Planungsausschuss mit Blick auf die in der Nachbarstadt angepeilten 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche (130 Geschäfte).

Auch der geplante Ikea-Möbelmarkt in Wuppertal mit einer Verkaufsfläche von 25 000 Quadratmetern und einem dort angeschlossenen Fachmarktzentrum (u.a. Sportbedarf, Fahrräder, Elektrowaren) mit weiteren 21 100 Quadratmetern Verkaufsfläche könnte Kaufkraft und damit Kunden von Solingen abziehen.

Für die Ikea-Ansiedlung wurde nun das Beteiligungsverfahren mit den Trägern öffentlicher Belange eingeleitet — die Eröffnung ist für Ende 2014 geplant. Solingen wird hier eine Stellungnahme formulieren, die Anfang Juli im Planungsausschuss und im Stadtrat vorgelegt wird. "Sowohl für die Ikea-Ansiedlung als auch für das geplante DOC gibt es keinen regionalen Konsens", sagte Stadtplaner Markus Lütke Lordemann. Im Gegensatz zum neuen Einkaufszentrum in der Solinger Innenstadt und der Bebauung des Olbo-Geländes in Ohligs.

Hilfe vom Land erwartet

Zusätzliche Zentren auf der grünen Wiese "schwächen den innerstädtischen Einzelhandel und widersprechen dem regionalen Einzelhandelskonzept", sagte Dietmar Gaida (Grüne). Und er erinnerte im Planungsausschuss daran, dass zusätzliche Großflächen an nicht integrierten Standorten eigentlich nicht zulässig seien, sofern eine Stadt dagegen ist. "Die Verwaltung muss dies mit kritischem Blick weiter verfolgen", regte Gaida an.

In diesem Punkt herrscht ohnehin Einigkeit bei der Solinger Politik und der Verwaltung. CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Krebs hofft, dass das DOC in Remscheid — das soll nach Angaben des Investors 2015 öffnen — keine Zustimmung des Landes findet und verhindert wird. "NRW-Bauminister Harry Voigstberger hat mehrfach dagegen votiert", betonte Krebs.

In der Tat: In einem Brief an den Heimatbund Lüttringhausen, der die DOC-Pläne ablehnt, erklärte der Minister Voigstberger, das Vorhaben sei "planungsrechtlich unzulässig".

Für Rainer Gerhards (DSW) zeigen die geplanten Einzelhandelsansiedlungen in den Nachbarstädten einmal mehr, dass es um die bergische Kooperation nicht gut bestellt ist: "Da geht Vertrauen den Bach runter." Auch Friederike Sinowenka (SPD) sieht die bergische Gemeinsamkeit "arg überstrapaziert". Trotz "massiver Rückschläge sollten wir aber weiter am Ball bleiben", forderte die Bürgermeisterin.

(RP)