Solingen: Bekannt wie ein "bunter Hund"

Solingen: Bekannt wie ein "bunter Hund"

Der 54-jährige Benno Gräff führt seit über 30 Jahren beruflich die Hunde von vielen Solingern aus. Über eine Urkunde der Stadt Solingen ist er besonders stolz. Ein Bild von "Hunde Benno" hängt sogar im Rathaus.

Benno kennt jeder in Solingen, er ist sozusagen bekannt wie der sprichwörtliche "bunte Hund". Denn wenn "Hunde Benno" (Benno Gräff) durch die Straßen Solingens läuft, ist er kaum zu übersehen. Mit seiner auffälligen blauen Jacke und seinem Hunderudel, erkennt man den 54-Jährigen schon von weitem. Er ist der bekannteste Hundeausführer in Solingen und das schon seit nun 32 Jahren. "Ich hatte früher einen Freund, der war Hundetrainer, durch ihn kam der Kontakt zu Hunden", erzählt Gräff. Doch eigentlich hat alles mit dem Hund der Chefin des Schuhhauses Forkert an der Hauptstraße begonnen. "Ich sollte kurz mit dem Hund spazieren gehen. Das hat so gut geklappt - seitdem führe ich Hunde beruflich aus", sagt er.

Telefonisch Kontakt zu ihm aufzunehmen, ist schwierig. Doch bei seinen Spaziergängen mit den Hunden bekommt er viele Anfragen. Die Leute sprechen ihn an und fragen, ob er auch mal eine Runde mit ihren Hunden gehen könne. Oder die Leute melden sich beim Ordnungsamt - der leitet die Hundebesitzer dann an den 54- Jährigen weiter. Werbung brauch er für seine Arbeit nicht, denn "seine guten Taten sprechen sich herum", sagt Benno Gräff. Das er seine Arbeit gut macht, beweisen die 32 Jahre, die er schon mit Hunden aller Art spazieren geht.

Auch ein Bild, gemalt von seinem Jugendfreund Sascha Reichert, hängt im Solinger Rathhaus. Außerdem bekam Gräff eine Urkunde von der Stadt Solingen verliehen. "Eine Urkunde bekommst du nur, wenn du auch etwas wirklich Gutes geleistet hast. Das ist mir schon viel wert", freut sich der bodenständige Hundeausführer. Sein Job macht ihn glücklich.

Vor den Spaziergängen holt er die Hunde persönlich bei ihren Besitzern ab. Die Tiere freuen sich schon im Haus, wenn sie seine Stimme durch die Tür hören. Aufgeregt begrüßen ihn die Hunde. Während er mit seinem Rudel spazieren geht, orientieren sich die Tiere komplett nach ihm. Ein kurzes "Steh" reicht aus - die Hunde bleiben stehen.

Sogar die etwas ängstlichern Vierbeiner scheuen nicht vor ihm, im Gegenteil, sie suchen Schutz hinter seinen Beinen. Ob über Straßen, an der Ampel, im Bus oder bei entgegenkommenden Hunden, die Tiere, die Benno Gräff an der Leine hat, gehorchen ihm aufs Wort. Warum das so ist? "Ich bin gut zu den Tieren, auch zu Hunden muss man freundlich sein. Doch trotzdem muss man sich durchsetzten und die Hunde müssen einem vertrauen", erklärt er.

Nicht jeder Hund darf bei "Hunde Benno" mit laufen. Tiere, die beißen, nimmt er grundsätzlich nicht mit - zum Schutz seiner Mitmenschen und der anderen Vierbeiner. Wenn einer der Hunde auf seinen Spaziergängen etwas hinterlässt, holt der 54-Jährige eine Plastiktüte aus der Jacke und beseitigt es. "So etwas liegenzulassen, das geht nicht. Viele Leute handeln entgegengesetzt und beschweren sich selber über die Haufen anderer Hunde", meint Benno Gräff.

Ob es regnet oder schneit, das Wetter macht dem 54-Jährigen nichts aus. "Die Hunde müssen immer raus", sagt Gräff. Selbst mit gebrochenem Bein und Gips holt er seine Vierbeiner ab.

(RP)