Solingen: Behinderten-Heimstätte feiert ihr 50-Jähriges

Solingen : Behinderten-Heimstätte feiert ihr 50-Jähriges

Voll besetzt war der Stadtsaal am Samstag als die Behinderten-Heimstätte Solingen (BHS) ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Zu den Gästen zählten auch Vertreter anderer sozialer Vereine und Organisationen, aus Politik, Verwaltung und Kirchen. "Man kann gar nicht die große Menge der Namen derjenigen aufzählen, die sich in den 50 Jahren alle beim Aufbau der Heimstätte verdient gemacht haben", betonte die Vereinsvorsitzende Ingrid de la Motte-Leithäuser.

In ihrer Festrede bedankte sie sich bei allen Mitarbeitern, ausdrücklich auch den ehrenamtlichen. "50 Jahrzehnte erfolgreiche Behindertenheimstätte sind Anlass, Rückblick zu halten, aber auch nach vorne zu schauen." Begonnen hatte es 1967 mit der Gründung einer Elterninitiative. "Damals wollten die Initiatoren Erwin Herwedes und Siegfried Schröder Wohnraum für ihre behinderten Kinder schaffen. Daraus erwuchs der Verein der Behinderten-Heimstätte als Selbsthilfeorganisation."

Im Februar 1978 wurde das erste Wohnheim an der Liebigstraße mit 20 Wohnplätzen in Betrieb genommen. Und es wurde bald um eine Außenwohngruppe an der Gräfrather Straße erweitert. Es folgten Häuser an der Merscheider Straße und an der Friedrich-Ebert-Straße.

"Derzeit begleiten wir 84 Menschen mit Behinderung im Alter von 19 bis 84 Jahren in stationären Wohneinrichtungen", berichtete BHS-Leiterin Sabine Smolka. "Dazu kommen 35 Menschen in ambulanten Wohnformen." Ein zusätzliches Wohnangebot entstehe derzeit an der Weyerstraße. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) gratulierte Bewohnern wie Mitarbeitern und wies darauf hin, welche positiven Fortschritte die Behindertenarbeit von 1967 bis heute gemacht hat. "Früher neigte man dazu, Menschen mit Handicap in klinikähnliche Einrichtungen ,abzuschieben'. Heute versuchen wir, sie mitten hinein in die Gesellschaft zu nehmen." Dabei gebe es leider weiterhin Widerstände. "Wir haben immer noch nicht alle Verwaltungsgebäude rollstuhlgerecht eingerichtet."

Vereinsmitglied Detlef Schoof wies auf das Konzept der Behinderten-Heimstätte hin, auf große Wohneinheiten zu verzichten. Kleinere Einheiten, integriert in Wohngebiete mit Nähe zu Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, vermittelten den Bewohnern eine familiäre Atmosphäre. Musikalisch begleiteten die Feier die Salon-Solisten der Bergischen Symphoniker sowie der BHS-Trommelgruppe.

(RP)
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