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Solingen: Begeisterung für Schleifkotten

Solingen : Begeisterung für Schleifkotten

Die Verbindung von idyllischer Natur mit Industrie ist für Stadtführerin Debbie Little ein herausragendes Merkmal Solingens. "So etwas habe ich in noch keiner anderen Stadt gesehen", sagt die gebürtige Engländerin, die Mitte der 1980er Jahre ihrem Lebensgefährten nach Deutschland folgte und inzwischen seit 19 Jahren in der Klingenstadt lebt. Als Lieblingsziel bezeichnet sie den Wipperkotten. "Hier müsste man hören können, was die Wände erzählen", findet Little.

"Alles sieht so idyllisch aus, dabei war das Leben hier sicher nicht so einfach." Der Schleifkotten an der Einmündung des Weinsberger Baches in die Wupper blickt auf eine lange Geschichte zurück: In Dokumenten aus dem Jahr 1605 wurde die Anlage erstmalig erwähnt und ist heute der einzige original erhaltene Solinger Schleifkotten an der Wupper. Noch heute arbeiten dort Schleifer mit Wasserkraft. Besonders das Engagement des Fördervereins für das Bauwerk hebt Little lobend hervor: "Die machen einen sehr guten Job.

" Bei der Interessengemeinschaft Stadtführungen kümmert sich die studierte Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Skandinavistik hauptsächlich um die Organisation von Führungen. Zudem ist sie die erste Ansprechpartnerin für Interessenten, etwa bei geplanten Gruppenführungen. Vor allem für englischsprachige Gäste bietet Little, die aus der mittelenglischen Grafschaft Worcestershire stammt, allerdings auch selbst Führungen zum Wipperkotten an.

"Früher waren wir oft im Schatten der Schwebebahn", sagt sie und hebt hervor: "Dabei haben wir auch in Solingen sehr viele Dinge, die für auswärtige Gäste interessant sind." (rdl)

(RP)