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Solingen: Befürworter und Gegner der Treppe formieren sich

Solingen : Befürworter und Gegner der Treppe formieren sich

Unterschriftensammlungen für und gegen die Theatertreppe. Informationsveranstaltung am 14. Januar im Theater. OB-Feith reagiert.

Erst hatte Heinz-Willi Müller Verständnis für die Gegner der Theatertreppe, die im Zuge der Neugestaltung der Nordstadt entstehen soll. Doch bei näherer Betrachtung kam Heinz-Willi Müller zusammen mit anderen Anliegern und Hausbesitzern aus dem Bereich rund um die Konrad-Adenauer-Straße zu dem Schluss: "Die Treppe ist unverzichtbarer Bestandteil des Umbaus, wenn man die Entwicklung zu einem Boulevard als prägendes Element der nördlichen Innenstadt ernsthaft will."

Müller, der in Ohligs das Münzzentrum Rheinland betreibt, ist Miteigentümer des Hauses Konrad-Adenauer-Straße/Ecke Kurfürstenstraße. Als solcher hat er feststellen müssen, wie schwer die Immobilien dort beim jetzigen Zustand des Umfelds an den Mann zu bringen sind. "Für die Räume des ehemaligen Fotostudios von Ute Klein hat sich noch niemand interessiert", sagt Müller. Die Leerstände vieler Ladenlokale sprechen hier eine deutliche Sprache.

Der Auktionator und Münzexperte sammelt seit gestern bei anderen Hausbesitzern, Gewerbetreibenden und Anliegern Unterschriften pro Theatertreppe. Er findet, dass die Leute, die dort leben, über die Gestaltung entscheiden sollten und nicht "Autofahrer, die schnell über die Konrad-Adenauer-Straße in ihr schnuckeliges Wohnquartier in der Südstadt fahren wollen und dafür von den Anliegern die Hinnahme von Luftverschmutzung, Lärm und Null Lebensraum verlangen".

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Thomas Herriger hat die beiden neoklassizistischen Christians-Villen an der Konrad-Adenauer-Straße zum Sitz seiner Firma Präsenta Promotion International gemacht. Der Unternehmer befürwortet das Nordstadt-Umbaukonzept mit der Theatertreppe. Es sei besser den Handels- und Geschäftsplatz derart vor Ort zu stärken, statt in den Verkehrsausbau zu investieren, damit die Menschen mit 70 Stundenkilometern durch Solingen hindurchbrausen könnten.

Für die Gegner der Theatertreppe, für die die Stadt einen Eigenanteil von rund 8000 Euro aufbringen muss, sammelt Ulrich Göbeler Unterschriften. Der Anwohner der Klingenstraße spricht von "massiver Geldverschwendung", nicht nur für die Treppe, sondern auch für die Ampelanlage und die Zuschüttung des Fußgängertunnels. Göbeler fordert daher eine Überarbeitung der Planung.

Für "kleinere Korrekturen", so Stadtsprecherin Sabine Rische, gebe es durchaus Spielraum, ohne die bereits bewilligten und bereitgestellten Mittel zu gefährden. Bei größeren Veränderungen hingegen müsse die Förderung neu beantragt werden und die gesamte Maßnahme könne nicht firstgerecht begonnen werden. Über die Planung informieren Experten der Stadt, unter anderem Oberbürgermeister Norbert Feith und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter am kommenden Dienstag. In deren Vorfeld hat sich der Oberbürgermeister erneut zu Wort gemeldet und bittet um eine Diskussion "mit Respekt und Augenmaß". "Wir dürfen uns die Aufbruchstimmung in der Stadt nicht kaputtreden lassen", so Norbert Feith in seiner Januar-Kolumne auf der städtischen Internetseite. An der Umgestaltung des Theaterumfelds habe die Treppe einen Anteil von knapp einem Zehntel, also zwischen 7000 und 8000 Euro. Die Frage müsse erlaubt sein, ob sich dafür die Aufregung lohne.

Infoveranstaltung 14. Januar, um 18.30 Uhr im Theater.

(RP)