Solingen: Beeindruckt vom Galileum

Solingen: Beeindruckt vom Galileum

In drei Jahren soll das neue Planetarium in dem ausgedienten Gaskugelbehälter in Ohligs eröffnen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan sah sich gestern das ehrgeizige Projekt an. 6,7 Millionen Euro werden insgesamt an der Tunnelstraße investiert.

In die Glaskugel braucht Dr. Frank Lungenstraß erst gar nicht zu schauen, um die Eröffnung des neuen Galileum in Ohligs vorherzusagen. "Anfang 2015 sollte es zu schaffen sein", erläuterte der Sternwarten-Leiter dem prominenten Gast, Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), gestern das ehrgeizige Projekt, den ausgedienten Gaskugelbehälter der Solinger Stadtwerke zu einem einzigartigen Planetarium umzugestalten.

Ein Planetarium in einer Gaskugel mit einem Durchmesser von 26 Metern — für Lungenstraß ist das in Europa einmalig, wenn nicht sogar weltweit. Auch Arne Moritz wies auf das Leuchtturmprojekt hin.

Der CDU-Landtagskandidat hat im Rahmen seiner Wahlkampftour Schavan gestern bei ihrem Besuch der Sternwarte begleitet. Vor Ort an der Tunnelstraße schauten sie sich dabei auch die große Gaskugel an, ließen sich das Modell des neuen Galileums von den Kölner Architekten des Siegerentwurfs vorstellen.

Als "ästhetisch und attraktiv" bezeichnete Schavan das beieindruckende Projekt. Der Entwurf sieht neben dem 1956 errichteten Gaskugelbehälter einen Turm vor, der Funktions- und Schulungsräume beherbergt. Das Team der Sternwarte erwartet, 40 000 Besucher jährlich in das neue Planetarium zu locken. Das wären im Schnitt zwei Führungen pro Tag.

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Und die Hälfte dieser Besucher sind Schüler. Es bietet sich doch geradezu an, während der Klassenfahrt im Hauptbahnhof auszusteigen und das benachbarte Galileum zu besichtigen. Insofern handelt es sich für Frank Lungenstraß auch um ein gewichtiges Bildungsprojekt. Der Besuch der Bundesbildungsministerin, so der Sternwarten-Leiter, füge sich optimal in dieses Konzept. Zumal derzeit mit dem Land der erste Förderantrag erarbeitet wird.

6,7 Millionen Euro werden insgesamt im Galileum investiert. Davon sind 4,7 Millionen Euro der Bausumme zuschussfähig. Erwartet wird eine Landesförderung von 80 Prozent, dies würde dem üblichen Fördersatz entsprechen. "Im Moment rechnen wir damit. Es gibt keine gegenteiligen Signale", sagt Lungenstraß im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit klareren Aussagen dazu rechnet der Sternwartenleiter in Kürze; verbindliche Zusagen zur Höhe der Landesförderung sind nach seinen Worten aber erst zum Ende des Jahres zu erwarten.

Eigentümer der alten Gaskugel, die bis 2009 noch in Betrieb gewesen war, sind die Solinger Stadtwerke. Anfangs ist sogar daran gedacht worden, den nicht mehr benötigten Behälter abzureißen. Doch mit den Überlegungen, das Galileum in Ohligs zu errichten, ist dies schnell zu den Akten gelegt worden. Seit mehr als zehn Jahren befasst sich die Sternwarte, die derzeit an der Walder Sternstraße untergebracht ist, mit dem Planungen eines großen Planetariums.

(RP)
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