Baustelle Solingen-Ohligs – mehr Gastronomie für den Markt

Stadtteilentwickung in Solingen : Millionenspritze für die Baustelle Ohligs

Läuft alles nach Plan, fließen bald 4,6 Millionen Euro in den Stadtteil. Die Erneuerung der Fußgängerzone und des Marktplatzes stehen an. Ziel ist es, mehr Gastronomie nach Ohligs zu holen. Auch Verkehr und Parken stehen im Fokus.

Der Stadtteil wächst. In den kommenden Jahren wird gleich eine ganze Reihe von Neubaugebieten dafür sorgen, dass die Bevölkerungszahl von Ohligs weiter steigt. Doch dabei soll es nicht bleiben. Nachdem die Verantwortlichen bei der Stadt Solingen in der vergangenen Woche nämlich in Aussicht gestellt haben, dass demnächst rund 4,6 Millionen Euro an Fördermitteln zur Umgestaltung der Fußgängerzone sowie des Marktplatzes fließen könnten, gibt es erste Überlegungen, den Stadtteil unter anderem auch für die Neubürger attraktiver zu gestalten.

„Es wäre schön, wenn es gelingen würde, am Markt neue Gastronomie anzusiedeln“, sagte jetzt beispielsweise Joachim Junker, der als Geschäftsführer der Ohligser Jongens bereits seit längerem die Entwicklung im größten Solinger Stadtbezirk im Blick hat. Und darum weiß, dass kaum Zeit zu verlieren ist, wenn es darum geht, die Zukunft von Ohligs anzugehen. Denn immerhin, so Junker, sei gerade in Sachen Infrastruktur „viele Jahrzehnte wenig passiert“.

Tatsächlich stehen die Chancen gut, dass es bald vorangeht. So betonte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter jetzt noch einmal, dass wahrscheinlich schon im nächsten Jahr mit der Millionenspritze des Landes für Ohligs zu rechnen ist. Zwar sei es nötig, noch einige Schritte in die Wege zu leiten, unterstrich Hoferichter in seiner Funktion als Planungsdezernent der Klingenstadt. Gleichwohl sei man „sehr zuversichtlich“, die Bewilligung der Gelder 2020 in trockenen Tüchern zu haben.

Dabei ist den Entscheidungsträgern im Solinger Rathaus daran gelegen, die Akteure vor Ort wie die Jongens aber auch die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) von Beginn an in die Planungen miteinzubeziehen. Etwa in Form einer Jury, die am Ende über die Ergebnisse sowie Ideen eines Architektenwettbewerbs mitbestimmen könnte.

Ein wichtiger Punkt, müssen bei den anstehenden Veränderungen doch alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Der Grund: Neben einer Wiederbelebung des Marktplatzes soll die Umgestaltung der Düsseldorfer Straße ein Hauptbestandteil sein, was wiederum eine koordinierte Vorgehensweise erforderlich macht. So ist zum einen eine seit vielen Jahren diskutierte neue Pflasterung der Fußgängerzone im Gespräch. Und es muss zum zweiten dafür gesorgt werden, dass tunlichst alle Geschäfte im Bereich der Ohligser Einkaufsstraße barrierefrei werden.

„Das ist heutzutage eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, stellte Jongens-Geschäftsführer Junker klar, der ferner weitere Baustellen im Stadtteil benannte, die seiner Überzeugung nach demnächst angegangen werden müssen. „Der Durchfluss des Verkehrs im Zentrum von Ohligs sollte angegangen werden. Und es ist zu überlegen, inwieweit der Marktplatz weiter zum Parken genutzt werden kann“, sagte Joachim Junker.

Nicht zuletzt darum hat die SPD in der Bezirksvertretung (BV) Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid für die BV-Sitzung am heutigen Montag (Kasino des Verwaltungsgebäudes Bonner Straße, Beginn: 17 Uhr) einen Antrag für ein „zukünftiges Verkehrskonzept und zur Parkraumgestaltung“ gestellt. Ziel der Sozialdemokraten ist es dabei, einen Leitfaden entwickeln zu lassen, der „sowohl den Individualverkehr (Auto, Rad, Fußgänger) als auch den öffentlichen Nahverkehr beinhaltet“.

Ohligs ist für seine schönen Fassaden im Zentrum bekannt. Ziel ist es, in Zukunft auch die gastronomische Szene des Stadtteils zu beleben. Foto: Meuter, Peter (pm)

Parallel gelte es zudem, die Parkplatzsituation im Stadtteil im Auge zu behalten. Denn angesichts der neuen Wohngebiete wie dem O-Quartier und weiter außerhalb am Hermann-Löns-Weg sei, so die SPD, zu erwarten, dass das Verkehrsaufkommen in Ohligs zusätzlich steigen werde, was neue Lösungen nötig mache.

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